Klagen über Telekommunikationsanbieter sind bei der Beobachter-Hotline an der Tagesordnung: Kunden beklagen sich über fehlerhafte oder zu hohe Festnetz- oder Handyrechnungen sowie über unterbrochene Leitungen. Andere können sich nicht wirksam gegen kostenpflichtige SMS-Nachrichten wehren oder nerven sich über unerwünschte Mailwerbung. Und immer wieder ärgern sich die Konsumentinnen und Konsumenten über den lausigen Service der Anbieter. Mailreklamationen und sogar eingeschriebene Briefe werden häufig gar nicht oder erst nach wiederholtem und nervenaufreibendem Nachfragen beantwortet. Viele Kunden fühlen sich der Arroganz der Anbieter komplett ausgeliefert.

Das soll nun ein Ende haben. Am 2. Mai hat in Bern die lang herbeigesehnte Schlichtungsstelle der Telekommunikationsbranche den Betrieb aufgenommen. Als Ombudsfrau vermittelt die ehemalige WWF-Geschäftsleiterin Carol Franklin mit ihren vier Mitarbeitern zwischen genervten Kunden und Anbietern. Die Klagen dürften sich nur so stapeln.

Bereits vor einem Jahr gründeten Cablecom, Orange, Sunrise, Swisscom und Tele2 einen Trägerverein mit dem Ziel, eine neutrale Schlichtungsstelle einzurichten, wo Kunden ihre Klagen aussergerichtlich, das heisst rasch, unkompliziert und günstig, beilegen können. Der geplante Start Anfang Jahr musste wegen verschiedener Probleme verschoben werden. Inzwischen ist Tele2 aus dem Projekt ausgestiegen. Wenig begeistert über Ombudscom, wie die Schlichtungsstelle heisst, ist auch die Stiftung für Konsumentenschutz. Weil ihr das dem Schlichtungsverfahren zugrunde liegende Reglement zu schwammig erscheint und weder Spielregeln noch Sanktionen gegen die Anbieter vorsieht, zog sich die SKS vom Projekt zurück.

Quelle: Shannon Fagan