Liebe Frau Margreiter, herzliches Beileid. Vor wenigen Wochen ist Ihr Amadeus gestorben. Der ­zottelige Bernhardiner war viele Jahre Ihr treuer Begleiter. «Natürlich war es nur ein Hund», lassen Sie sich in der Boulevardpresse zitieren, «aber es tut weh.» Wer würde das nicht verstehen. Nun haben Sie sich entschlossen, sich einen neuen Bernhardiner zu besorgen, denn: «So ein Hund gehört zu mir auf die Bühne», ­sagen Sie.

Doch aufgepasst, Frau Margreiter: Wenn Sie Ihren neuen Freund beruflich nutzen möchten, brauchen Sie dazu eine Bewilligung des kantonalen Veterinäramts. Das Tierschutzgesetz schreibt das vor, damit Tiere bei Fernseh- und Werbeauftritten, Autogrammstunden oder Spendensammlungen nicht übermässig gestresst werden.

Vielleicht erinnern Sie sich ja, dass sich die SVP eine Straf­anzeige eingehandelt hat, weil sie den Geissbock «Zottel» von Veranstaltung zu Veranstaltung karrte, ohne dafür eine Bewilligung zu haben. Und auch Ex-Mister-Schweiz und Biobauer Renzo Blumenthal bekam Ärger, weil er sich ohne Bewilligung des Veterinäramts für einen Matratzenwerbespot mit einem jungen Schwein bewerfen liess.

Verstösse gegen das Tierschutzgesetz sind übrigens sogenannte Offizialdelikte. Das bedeutet, dass die Strafverfolgungsbehörden von sich aus aktiv wer­den müssen und nicht erst auf Anzeige hin.

Wenn Sie ohne Ihren Hund partout nicht singen mögen, ­liebe Frau Margreiter, dann bemühen Sie sich um eine entsprechende Bewilligung. Und wenn Sie Ihren Vierbeiner wirklich lieben, so ersparen Sie ihm diesen ganzen Klamauk im «Musikantenstadl». Zu Hause fühlt er sich wohler. Garantiert.

Beste Grüsse, Gabriela Baumgartner