Vorsicht bei Nachnahmesendungen, die ein «Studio Eros» aus Mailand derzeit an Tausende Schweizer Adressen verschickt: «Meine Mutter wusste zwar, dass sie nichts bestellt hatte», sagt Lilian Arm aus Buchs AG. Trotzdem nahm sie den Brief entgegen. Ein Fehler, wie sich herausstellte - nachdem sie CHF 71.50 hingeblättert hatte. Der Umschlag enthält nur einen italienisch abgefassten Serienbrief und ein kleines Weissblech-Plättchen, das als «Eros-Talisman» angeblich «Amore, Fortuna, Felicità», also Liebe und Glück bringt - billigster Ramsch.

Der Trick: Auf der Rückseite des Kuverts steht kleinstgedruckt: «Dieser Brief wurde nicht angefordert, sondern wurde vom Studio Eros zur Kundenwerbung erstellt.» Bloss: Das sieht man in der Regel erst, wenn man den Brief entgegengenommen und bezahlt hat. «Natürlich haben wir diesen Hinweis übersehen - wer kommt schon auf die Idee, zuerst die Rückseite genau zu studieren», beklagt sich Leonie Näf aus Neukirch-Egnach über die aggressive Werbung, die an ihre psychisch angeschlagene Schwester adressiert war.
Die Post jedenfalls nimmt einmal ausgehändigte Nachnahmebriefe nicht mehr zurück. Zwar verspricht das Studio Eros eine Rückerstattung des Geldes, falls das Schreiben ungeöffnet zurückgeschickt wird - ob dies klappt, ist eine andere Frage. So oder so handelt es sich um eine dreiste Geldmacherei.

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