Airbag, ABS, Seitenaufprallschutz: Die Automobilisten lassen sich ihre Sicherheit etwas kosten. Aber bei den Reifen knausern sie: Auch diesen Winter ist jeder dritte Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs. Milde Temperaturen und wenig Schnee verleiten dazu, auf die Montage von Winterpneus zu verzichten. Dabei ist für eine sichere Fahrt die Haftung der Räder auf der Strasse entscheidend.

Winterpneus unterscheiden sich nicht nur durch ihr gröberes Profil von den Sommerreifen, sie haben auch eine andere Gummimischung; diese ist den tiefen Temperaturen im Herbst und Winter angepasst. Schon bei sieben Grad Celsius wird ein Sommerpneu spröde und unelastisch. Die Folge ist eine schlechtere Haftung bei Nässe, Schnee und Eis. Ein TCS-Test zeigt eindrücklich: Mit guten Winterpneus kommt ein Auto im Schnee bei Tempo 50 nach 47 Metern zum Stillstand. Mit Sommerreifen benötigt es 75 Meter. Diese 28 Meter sind im Ernstfall entscheidend. Für André Staudenmann vom TCS ist deshalb klar: «Wer im Winter mit Sommerreifen unterwegs ist, handelt fahrlässig.»

In der Schweiz schreibt das Gesetz keine Winterbereifung vor. Trotzdem kann gebüsst werden, wer mit Sommerpneus im Schnee stecken bleibt und wegen der «unzweckmässigen Ausrüstung» den Verkehr behindert. Staudenmann testet jedes Jahr die neusten Reifen auf dem Markt. Sein Fazit: «Die Schere zwischen Sommer- und Winterreifen klafft immer weiter auseinander.» Ganzjahresreifen sind für ihn weder Fisch noch Vogel – sie können nicht mit den Spezialpneus mithalten. Er empfiehlt sie nur Autofahrern, die selten unterwegs sind und bei schlechtem Wetter gut auf ihr Auto verzichten können.

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Wer also in der kalten Jahreszeit regelmässig unterwegs ist, sollte jetzt rasch die Winterreifen montieren. Denn sobald die ersten Schneeflocken fallen, stehen Autofahrerinnen und Autofahrer bei den Garagisten Schlange.

Der Wechsel aller vier Räder kostet bei einem Fachmann zwischen 16 und 43 Franken. Dabei sind kleinere Garagen und Pneuhäuser tendenziell günstiger als grosse. Für das Auswuchten der Reifen verlangen Garagisten zusätzlich zwischen 8 und 16 Franken pro Rad. Ist der Reifen nicht gut ausgewuchtet, wird er ungleichmässig abgenützt, und es kann zu unangenehmen Vibrationen kommen.

Viele Garagisten raten ihren Kunden deshalb, bei jedem Radwechsel alle Reifen auszuwuchten. Laut TCS-Experte Staudenmann ist dies aber nur bei der Montage von neuen Pneus nötig. Die Lebensdauer eines Reifens beträgt sechs bis zehn Jahre, nachher sollte er aus Sicherheitsgründen nicht mehr verwendet werden – äusserer Zustand hin oder her.

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Beim Pneukauf sind Preisunterschiede bis zu 100 Prozent keine Seltenheit. Deshalb empfiehlt es sich, zwei bis drei Offerten bei Reifenhäusern, Grossverteilern und Garagen einzuholen – inklusive Montage, Auswuchten und Mehrwertsteuer. Dabei sollte man sich nicht durch Rabatte verführen lassen, sondern bereit sein, einen angemessenen Preis zu bezahlen.

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