WM-Tickets, kein Problem: Er besorge Karten für die ausverkauften Schweizer Spiele an der Fussball-WM in Deutschland, versprach Händler Jürg Zils (siehe Artikel zum Thema «Fussball-Weltmeisterschaft: Schlechte Karten»). Reihenweise verkaufte er mit seiner Firma «I get it for you» in Aristau AG Karten an Reiseveranstalter und Fans. Trotz Warnungen der Fifa blühte das Geschäft - doch Zils konnte einen Teil der bereits bezahlten Billette nicht liefern.

Sie kaufe von Zils seit Jahren Tickets für Konzerte und Sportanlässe, sagt Reiseanbieterin Pia Dähler aus Abtwil SG. «Bisher hat es immer geklappt.» Aber kurz vor der geplanten Abfahrt nach Stuttgart musste Pia Dähler 20 Kunden schlechte Nachrichten überbringen: Für das Vorrundenspiel Frankreich gegen die Schweiz schaffte es Zils nicht, Karten zu besorgen. Gleich erging es weiteren Reiseunternehmen und Fangruppen, die nun gemeinsam gegen den Händler vorgehen wollen.

Für den Beobachter war Zils nicht erreichbar. Strafrechtlich drohen ihm kaum Konsequenzen, da Vertragsbruch nicht geahndet wird. Und für ein strafbares Vermögensdelikt dürfte der Vorsatz fehlen. Zivilrechtlich muss der Händler mit Schadenersatzforderungen rechnen. Ein aufwändiges Verfahren, das den Geprellten einen langen Rechtsstreit bescheren wird.

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