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Künzi + HämmerliIn die Garage einer Kundin eingebrochen?

Ein Luzerner Autohändler soll in die Garage einer Kundin eingebrochen sein und sich eigenhändig «seinen Wagen zurückgeholt» haben. Wie kam es soweit?

Der Mercedes-Vertreter sei in ihre Garage eingebrochen, sagt Manuela Happatsch.
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Als Manuela Happatsch zur Arbeit fahren wollte, war ihr Auto weg. Es war ein Montagmorgen im Januar, der ­Riegel ihres Garagentors war beschädigt, der Ersatzwagen des Autohauses Künzi + Hämmerli in Schötz LU nicht mehr da. Die 49-Jährige hatte einen Verdacht. Sie rief den Geschäftsführer des Autohauses an, eine offizielle Mercedes-Vertretung. «Er bestätigte, dass er sich den Wagen in der Nacht zuvor zurückgeholt habe.» Sie reichte An­zeige wegen Hausfriedensbruchs ein, Künzi + Hämmerli reagierten mit ­einer Anzeige wegen Verleumdung.

Es begann mit der Motorwarnlampe

Dass Autohändler nächtens in den ­Privatgrund ihrer Kundschaft eindringen, ist unüblich. Was sagt der Chef von Künzi + Hämmerli dazu? «Meine Klientschaft weist sämtliche Vorwürfe zurück», lässt er über seine Anwältin ausrichten. In dieser Angelegenheit seien Rechtsverfahren hängig. Fragen könne sie daher nicht beantworten.

Der Streit hat eine Vorgeschichte. Sie beginnt im Sommer 2015. Am ­Armaturenbrett von Happatschs Mer­cedes A 180 leuchtete die Motorwarnlampe auf. Die Mechaniker von Künzi + Hämmerli diagnostizierten ein defektes Ventil an Zylinder Nummer vier. Reparaturkosten: 9540 Franken. Viel Geld für ein Auto, das als einjährige Occasion bei einem anderen Händler 26'200 Franken gekostet hat. Bezahlen musste Happatsch 4900 Franken, den Rest übernahm Mercedes in Kulanz.

Ein Jahr und 17'000 Kilometer später leuchtete die Warnlampe erneut. Diagnose: Kolbenbruch an Zylinder vier. Da der Schaden nicht reparierbar sei, müsse der ganze Motor ersetzt werden. Kosten für Happatsch nach Abzug einer erneuten Mercedes-­Kulanz: 9500 Franken. «Der Kolbenschaden ist eingetreten, weil die erste Reparatur nicht sachgerecht gemacht wurde», ist Happatsch überzeugt.

«Ich bin fassungslos»

Da Künzi + Hämmerli den Zusammenhang bestreiten, übergibt Happatsch die Sache einer Anwältin. Das gefällt den Mercedes-Garagisten aus Schötz nicht, der Streit eskaliert. Happatsch erhält am 10. Januar eine Rechnung über 7740 Franken für die Fehlerdiagnose und die Ersatzwagenkosten. Am 3. Februar eine weitere über 827 Franken für Restmiete und «Abholung Ersatzwagen am Kundendomizil». Am Folgetag erhält Happatsch die Betreibung für die 7740 Franken. Eine Woche später wieder Post von Künzi + Hämmerli: 303 Franken für einen neuen Schlüssel des Ersatzwagens.

Happatschs Anwältin hat ein Gutachten zum Zusammenhang zwischen den beiden Schäden in Auftrag ge­geben. Dann entscheidet das Gericht. «Die ganze Geschichte macht mich fassungslos», sagt die wohl ehemalige Mercedes-Kundin.

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Veröffentlicht am 28. März 2017

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1 Kommentar

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Andreas Stalder
Einige Fragen bleiben nach dem Lesen des Artikels unbeantwortet: 1. Wurde die Kundin von der Garage vor der fragwürdigen Abholaktion aufgefordert, den Ersatzwagen zurückzubringen? 2. Die Zeitpunkte dürften ungenau angegeben worden sein, hat doch ein Mercedes Neuwagen vom Schweizer Importeur 3 Jahre Vollgarantie, Direktimporte 2 Jahre. Wenn also ein 1jähriger Occasionswagen nach einem Jahr einen Defekt hat, so müsste der in jedem Fall noch unter die Fabrikgarantie fallen. 3. Auf Reparaturen hat man in der Schweiz 2 Jahre Garantie. Wenn also 1 Jahr nach der Reparatur ein erneuter Defekt auftritt, so wäre der durch die Reparaturgarantie gedeckt. Klar argumentiert die Garage, dass ein Defekt am Ventil ungleich einer am (gleichen) Kolben sei. Anderseits kostete die erste Reparatur bereits brutt