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«Friedrich Müller»Garantiert 50 Franken loswerden

Garantiert 50 Franken loswerden
Bild: Getty Images

Dreiste Gewinnversprechen wurden in Tausende Schweizer Briefkästen verschickt - inklusive Einzahlungsschein.

von Martin Müller

Seit Jahren verteilt eine Firma namens «Friedrich Müller» aus Wien regelmässig angeblich Autos, Sparbücher, Reisen und andere Preise. «Garantiert und unwiderruflich» habe man gewonnen, heisst es in den Briefen jeweils. Das neuste Exemplar, das Ende 2008 in Tausenden Schweizer Briefkästen landete, ist besonders dreist: Beigefügt ist ein bereits ausgefüllter Einzahlungsschein. 50 Franken soll man nach Wien überweisen, damit der Gewinn besonders schnell zugestellt werde. Wer dies nicht tue, habe wohl kein Interesse an den tollen Preisen, suggeriert der Brief.

Raffiniert formuliert

Wozu diese sogenannte «Express­aus­folgung» oder «Verwaltungsaufwandsgebühr» dienlich sein soll, wenn doch der Gewinn ohnehin «garantiert» sei, wird aus dem blumig formulierten Schreiben nicht klar. Auf Anfrage des Beobachters verweist das Unter­nehmen auf das Kleingedruckte – sowie darauf, dass die Aussendungen von ­«erfahre­nen, international tätigen ­Anwälten überprüft» würden. Raffiniert ist im Brief oft vom Hauptgewinn, einem 30'000-Franken-Sparbuch, die Rede – nur am Rande aber vom Trostpreis, den alle anderen kriegen: einer «Wert­gutschrift», die sich als Gutschein für eine Werbefahrt in die Türkei an einem fix vorgeschriebenen Datum entpuppt.

So bleibt der Rat: In den Papierkorb mit dem Wisch, samt Einzahlungsschein – sonst heisst es: ausser Spesen nichts gewesen. Würden alle ­Empfänger tatsächlich gewinnen, wäre «Friedrich Müller» längst pleite. In Deutsch­land und Österreich ist «Friedrich Müller» übrigens kaum mehr aktiv, seitdem Verbraucherschützer und Justizbehörden gegen die leeren Gewinnversprechen eingeschritten sind.

Veröffentlicht am 2009 M01 21