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KaffeefahrtenNeue Masche für alten Schwindel

Neue Masche für alten Schwindel
Bild: Stock-Kollektion colourbox.com

Veranstalter von Werbefahrten geben vor, längst versprochenen Gewinne auszuhändigen.

von Markus Föhn

Die Briefe bemühen sich um einen seriösen Eindruck: Unter nüchternem Briefkopf geben die Finanzdienstleister Dr. Schaffner & Partner vor, sich für Geschädigte der Firma Jasmin Touristik einzusetzen, die einen versprochenen Gewinn nie erhielten: «Wir haben für Ihr Recht gekämpft und können Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihnen dieser Betrag im vollen Umfang zusteht.»

Spätestens dann wirds merkwürdig: Empfänger müssen ihre «Gewinnsumme» mit einem Reisebus bei einer Zweigstelle abholen. Es winkt ein «wunderschönes Rahmenprogramm» mit Gratisfrühstück und Imbiss. Und obendrauf gibts gleich auch noch einen «nagelneuen Express-Kaffee-Automaten».

Abklärungen zeigen, dass es Dr. Schaffner & Partner nicht gibt – genauso wenig wie Dr. Schuster und Söhne, Dr. Gruber oder Dr. Winkler & Partner, in deren Namen Veranstalter von Werbefahrten derartige Schreiben versenden. Und so versuchen, Kunden mit einer neuen Masche an ihre Verkaufsanlässe zu locken.

Rubbellos statt 5000 Franken

Was geschieht, wenn man sich darauf einlässt, weiss Roland Greter, der aus Neugier an einer Fahrt von Silber Reisen teilgenommen hat. «Angeblich hatte ich 5000 Franken gewonnen, die man mir an einem Ausflug in eine Käserei aushändigen wollte», sagt er. «Doch der Ausflug wurde abgesagt, und ich erhielt ein Rubbellos im Wert von zwei Franken.» Dafür musste er stundenlang aufdringliche Verkäufer ertragen, die ihm Matratzen, Cremen und Reisen andrehen wollten. Sein Fazit: «Wer nicht auf der Hut ist, wird übertölpelt.» Besser also, die Briefe wandern direkt ins Altpapier.

Veröffentlicht am 2010 M03 29