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SuissephoneEinfach mal Rechnungen verschicken

Bild: Thinkstock Kollektion

Der Telefonanbieter Suissephone verschickt Rechnungen - auch wenn gar kein Vertrag vorhanden ist.

von Doris Huber

Mit diesem Werbeanruf war Suissephone an den Falschen geraten: «Die meinten wohl, Matuschka sei der Name eines armen Polen, der kaum Deutsch spricht», lacht Markus Graf Matuschka von Greiffenclau, «und der arme Pole werde beim Stichwort ‹billiger telefonieren› sofort ja sagen.»

Allerdings musste sich auch Graf Matuschka zuerst energisch wehren, bis er die Forderungen des Telefonanbieters Suissephone Communications GmbH in Winterthur abschütteln konnte. Angefangen hatte die unerfreuliche Geschichte damit, dass Matuschkas Frau Eva-Maria bei einem Anruf der Suissephone nicht gleich wieder aufhängte. Sie erklärte sich vielmehr bereit, das Angebot des Telefonanbieters zu prüfen. Matuschkas bekamen dann aber nicht Prospekte oder andere Informationen, sondern einen unerklärlichen Brief: Darin bedauerte Suissephone die Kündigung des Vertrags und verlangte für den vorzeitigen Ausstieg 289 Franken.

Dazu Janic Bütikofer von Suissephone: «Diese Rech­nung erhalten Kunden, die nach einem Bestätigungsschreiben und nach Ablauf der Rücktrittsfrist aufgeschaltet wurden, dann aber wieder zu einem andern Anbieter wechseln.»

Doch Matuschkas hatten vor diesem Brief keine Bestätigung, auch keinen Vertrag, keine Rechnung und keine Mahnung bekommen. Zahlreiche Ratsuchende, die sich wegen Suissephone ans Beobachter-Beratungszentrum gewandt hatten, schilderten exakt die gleiche Erfahrung.

Beweise gabs dann keine

Da das Ehepaar Matuschka nie ja zu einem Vertrag gesagt hatte, ging es von einem Irrtum aus und warf den Brief weg. Doch die Angelegenheit lief weiter. Nach einer Mahnung, für die Suissephone auch gleich noch 60 Franken Gebühren ver­langte, bekamen Matuschkas Post vom Inkassobüro In­trum Justitia, zunächst unter dem Titel «Zahlungserinnerung», dann als «Ankündigung der Betreibung».

Nun verlangte Graf Matusch­ka Beweise für die Forderung. Und siehe da: Intrum Justitia teilte den Rückzug des Inkassomandats mit und schrieb: «Keine Möglichkeit auf Erfolg. Herr Markus von Matuschka ist niemals ein Vertragsverhältnis mit der Firma Suissephone eingegangen.» Graf Markus von Matuschka hat die Sache von Anfang an amüsiert verfolgt, «weil ich weiss, wie ich mich wehren kann». Aber in der Schweiz, «die ein ordentliches Land ist», sollte man solch unseriösem Geschäftsverhalten Grenzen setzen, findet er.

Veröffentlicht am 2011 M05 24