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ImpfgegnerMasern breiten sich aus

Masern breiten sich aus
Bild: Thinkstock Kollektion

Masern sind alles andere als harmlos. Und nach den jüngsten Zahlen des Bundes droht in der Schweiz eine Epidemie. Ein Grund: Zu viele Eltern lassen ihre Kinder nicht impfen.<br /><br />

von Thomas Buomberger

Sie steckten sich beim Gottesdienst an: Mitte April erkrankten 14 Personen an Masern, nachdem sie in Frauenfeld eine religiöse Veranstaltung des Predigers Ivo Sasek besucht hatten. Der frühere Automechaniker Sasek prangert seit langem den «Impf-Terrorismus» an. Und: In Basel gab es 40 Masernfälle im Umfeld der Rudolf-Steiner-Schule. Ein Zufall?

«Sowohl fundamentalistische Mitglieder von Freikirchen als auch radikale Eso­teriker verweigern Impfungen», bestätigt Sektenfachmann Hugo Stamm. «Sie glauben, dies seien staatlich angeordnete Eingriffe, die die Gesundheit gefährden und letztlich zur Manipulation der Menschen führen können.»

Daniel Hering, Mediensprecher der Steiner-Schule, bestreitet, dass man gene­rell impfkritisch sei: «Von unseren Schülern kommen weniger als fünf Prozent aus einem anthroposophischen Elternhaus.» Anthroposophen sind gegenüber der Masernimpfung kritisch eingestellt. Viele Impfverweigerer glauben, die Impfung sei schädlicher als die Krankheit.

Doch wie will der Staat Verweigerer dazu bringen, sich impfen zu lassen? «Ein Impfobligatorium würde sicher nicht viel bringen», meint Markus Ledergerber, stellvertretender Leiter des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes Basel-Stadt. «Man sollte die Energien auf diejenigen verwenden, die die Impfung entweder vergessen haben oder eher für rationale Argumente zugänglich sind.» Auch mit einer gewissen Zahl von Verweigerern lasse sich eine genügende Durchimpfungsrate erreichen. Ein Obligatorium gibt es etwa in den USA: Ungeimpfte Kinder werden nicht zur Schule gelassen.

400 Erkrankungen seit Anfang Jahr

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten; sie können bei gegen fünf Prozent der Patienten zu Komplikationen wie Lungenentzündung oder Hirnerkrankung führen. Einer von 3000 Patienten stirbt an der Krankheit, weltweit sind es jährlich 200'000.

Nur gerade drei von vier Kleinkindern in der Schweiz sind mit den nötigen zwei Dosen geimpft. Seit Ende 2010 wurden rund 400 Fälle von Masern gemeldet – sechs Prozent aller Fälle in Europa. Um die Masern auszurotten, bräuchte es eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent.

Was in ganz Lateinamerika seit 2002 möglich ist, eine masernfreie Zone, müsste auch in der Schweiz zu schaffen sein. Doch: «In diesen Ländern lässt sich die Bevölkerung leichter vom Nutzen einer Impfung überzeugen», meint Ledergerber. «Bei uns vertraut man darauf, dass man immer noch ins Spital kann, wenn Komplikationen auftreten.»

Veröffentlicht am 2011 M05 10

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9 Kommentare

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RobinHood
... Teil 2: enhalten sind um eine entzüdliche Reaktion an der Einstichstelle und daneben leichter Muskel-schmerz als Zeichen "da geht was?!?!" auszulösen. Ich wäre nie gegen eine Impfung, wenn sie etwas Positives oder gar Gesundheit bewirken würde. Anstatt dessen werden gerade ältere Personen, wie mein Schwiegervater durch den unachtsamen Hausarzt gegen Grippe geimpft und damit umgebracht. Übrigens scheint es den SchweizerInnen egal zu sein, dass die Behörden Schweinegrippe-Impfstoff im Wert von CHF 59 Millionen vernichtet haben!!! Schande über das Schweizervolk, welches sich so über's Ohr hauen lässt. Wann erwacht Ihr endlich? www.ahv-ch.info klärt auf.
RobinHood
Es ist Fakt, dass keine einzige, bisher gestandene oder neu von der Pfarma erfundene Krankheit durch Impfungen verhindert, reduziert oder gar aus der Welt geschaffen wurde. Krankheiten werden dazu erfunden und entwickelt um einerseits die Menschen zu schwächen, willenl- und interessenlos, aber gerade noch arbeitsfähig zu erhalten. Damit dies so bleibt, werden mittels Impfungen und Schreckung der Bevölkerung, was gemäss Art. 258 StGB mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft wird. Ich und meine Geschwister erlitten alle diese unangenehme Krankheit, die hier erwähnten Masern. Gestorben ist niemand und einen Schaden hat auch niemand erlitten. Es ist nachweislich wesentlich schädlicher sich impfen zu lassen, da in all den unützen Impfstoffen von Quecksilber bis Senfgasgifte usw. ent...
Andrea Mordasini, Bern
Die Kinder habe nach den Impfungen bis auf etwas Müdigkeit oder einmal leicht erhöhte Temperatur nie gross Nebenwirkungen gezeigt Zudem möchten wir durch die Impfungen andere, noch nicht geimpfte Babies/Kleinkinder, vor möglichen Erkrankungen schützen. Wir würden es uns nie verzeihen, würden unsere Kinder durch eine Masern-Erkrankung bzw. durch Folge-Erkrankungen schwer geschädigt oder andere noch ungeimpfte Babies/Kleinkinder durch unsere angesteckt. Wie auch immer, alle Eltern müssen nach reiflicher Überlegung und Abwägen der Pros und Kontras selber entscheiden ob, wie, was und wann sie impfen lassen wollen oder nicht, dazu stehen und vor allem mit ihrem Entscheid leben können.
Andrea Mordasini, Bern
Impfen oder nicht impfen, ein sehr heikles, heisses und wie es scheint ein sehr aktuelles Thema! Unsere beiden Kinder haben wir nach reiflicher Überlegung und letztendlich auch überzeugt nach Impfplan impfen lassen, weil wir die Kinder vor schweren Krankheiten und möglichen Nachfolgeerkrankungen wie gerade bei den erwähnten Masern schützen wollen. Wir erachten das Impfen als das kleinere Übel als das Durchmachen einer dieser Krankheiten wie Keuchhusten oder eben Masern inkl. Antibiotika, Schmerzen und schlimmstenfalls Spitalaufenthalt. Zudem werden diese Impfungen seit Jahren verabreicht und sind getestet, nicht so wie z.B. die Schweinegrippe-Impfung, von der wir bewusst die Finger gelassen haben und auch weiterhin lassen werden.