Dass Schweizer Alpmilch gesund ist, ahnt die Welt nicht erst seit «Heidi». Der Mythos vom gesunden, langen Leben lockte im 19. Jahrhundert vermögende Kur­gäste, die sich von der reinen Luft und der würzigen Milch Gesundheit versprachen, in die Schweizer Berge. So falsch lagen sie nicht. Denn Milchprodukte von Kühen, die Alpkräuter und -gräser fressen, haben einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, die gemäss Medizinern einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Einige Forscher bringen eine Omega-3-reiche Ernährung gar mit Langlebigkeit in Verbindung.

Eine Studie des Kantonsspitals Baden und des Universitätsspitals Zürich zeigt nun, dass eine der wichtigsten Omega-3-Fettsäuren, die ­Alphalinolensäure, vor Arteriosklerose schützt und gefährlichen Hirn- und Herz­infarkten vorbeugt. Käse aus Alpmilch schneidet gemäss der Forschergruppe um Jürg Beer deutlich besser ab als Käse aus Milch von Kühen, die Silofutter zugefüttert bekommen oder im Flachland gehalten werden und Leinsamen als ergänzendes Futtermittel bekommen.

Noch weniger der wertvollen Fettsäure enthalten Emmentaler oder Cheddar: Der englische Käse enthält viermal weniger Alphalinolensäure als Schweizer Alpkäse. Auch das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren fällt beim Alpkäse günstiger aus. Und wer gar keinen Käse mag, der hält sich an Rapsöl, Baumnüsse und Leinsamen. Ein Esslöffel Rapsöl enthält gleich viel Alphalinolensäure wie 200 Gramm Käse von der Alp.