Medien wollen glaubwürdig sein. Das bringt ihnen Leser, Zuschauer und vielleicht sogar Inserate. Mit den «glaubwürdigsten Medienmarken» der Schweiz sorgte kürzlich die Kilchberger Beratungsfirma Publicom AG für Schlagzeilen. Ihre Studie ­«MediaBrands» ist allerdings so konfus, dass man nur einen Schluss ­ziehen kann: unglaubwürdig.

Vor einem Jahr noch siegte der Beobachter in der fraglichen Studie, ­damals als «sympathischste» und «stärkste» Schweizer Medienmarke. ­Dieses Jahr kommt der Titel nicht mehr vor. Das hat einen Grund: Publicom verlangte 9800 Franken (minus zehn Prozent Rabatt), damit der Beobachter bei der Befragung wieder berücksichtigt werde. Glaubwürdigkeit gegen Geld? Der Beobachter lehnte ab.

«Es ist klar, dass die zahlenden Teilnehmer bevorzugt werden. Die Studie muss ja finanziert werden.»

Publicom-Geschäftsleiter René Grossenbacher

Jetzt führen «NZZ» und SRF-Marken das Ranking an. Beide Häuser ver­sichern, nicht bezahlt zu haben – wie der Beobachter in den letzten Jahren. Welche der angeblich über 100 berücksichtigten ­Medienmarken in die ­Tasche griffen, bleibt Geschäfts­geheimnis. Publicom-Geschäftsleiter René Grossenbacher räumt ein: «Es ist klar, dass die zahlenden Teilnehmer bevorzugt werden. Die Studie muss ja finanziert werden.»

«MediaBrands»-Studie: Top 3 des Jahres 2015

1.

Beobachter

2.

Radio SRF 1

3.

NZZ am Sonntag

«MediaBrands»-Studie: Top 3 des Jahres 2016

1.

Neue Zürcher Zeitung NZZ

2.

Radio SRF 1

3.

NZZ am Sonntag

Quelle:  «MediaBrands»-Studie der Publicom AG