Leider nichts mehr – ausser mit Ihrem Vermieter reden und auf ein Entgegenkommen hoffen. Ein Recht auf gleiche Mietzinse für gleiche Wohnungen gibt es nicht. Mieter und Vermieter können den Mietzins für eine Wohnung grundsätzlich frei aushandeln.

Ganz frei in der Mietzinsgestaltung ist ein Vermieter trotzdem nicht. Je nach Alter des Gebäudes wird die erlaubte Höchstgrenze durch die Bruttorendite, die Nettorendite oder die Orts- und Quartierüblichkeit bestimmt. Erzielt der Vermieter nach dem massgeblichen Kriterium einen übersetzten Ertrag, kann dies zwar einer Mietzinserhöhung entgegengehalten werden. Eine Senkung wegen des übersetzten Ertrags verlangen können Sie als Mieterin indes nicht.

Selbst wenn Sie aufgrund des deutlich tieferen Mietzinses des neuen Nachbarn den berechtigten Verdacht haben, dass Ihr Mietzins zu hoch ist, sind Ihnen heute die Hände gebunden.

Eine Mietzinssenkung wäre nur möglich gewesen, wenn Sie den Anfangsmietzins innert 30 Tagen angefochten hätten. Bei einem solchen Verfahren prüft die Schlichtungsbehörde oder das Gericht, ob die erzielte Mietzinsrendite erlaubt ist. Voraussetzung dafür ist,

  • dass der anfechtende Mieter den Mietvertrag wegen einer persönlichen Notlage oder wegen der Verhältnisse auf dem örtlichen Mietmarkt abschliessen musste oder
     
  • dass der Vermieter den Anfangsmietzins gegenüber dem früheren Mietzins um mindestens zehn Prozent erhöht hat.

Mietzinssenkung: Anfechtung beim Wohnungseinzug kann sich lohnen

Während Deutschschweizer Mieter den Anfangszins so gut wie nie anfechten, geschieht das in der Romandie immer wieder. So erfolgreich wie bei einer ­Genfer Mieterin, der das Bundesgericht eine Senkung von 73 Prozent zusprach, dürften die wenigsten Anfechtungen sein.

Aber gerade in und um grössere Städte, wo Wohnungen knapp sind, kann es sich durchaus lohnen. Denn hier holen sich viele Vermieter, was der Markt hergibt, und nicht bloss, was das Gesetz erlaubt.

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Quelle: Beobachter Edition