«Mir ging es bei der Einbürgerung vor allem um meine Seele. Ich erhoffte mir mit dem Schweizer Pass keine wirtschaftlichen Vorteile. Auch die politischen Rechte standen nicht im Vordergrund. Viel wichtiger ist, dass ich zu meinem Herkunftsland keinen Bezug mehr habe. Im Gegensatz zu meinen Eltern möchte ich nie mehr nach Serbien zurückkehren. Ich möchte in der Schweiz sterben und beerdigt werden – so wie meine erste Tochter.

Es war sehr schmerzlich, als der Gemeindepräsident uns eröffnet hat, dass er der Versammlung einen Antrag auf Ablehnung unseres Einbürgerungsgesuchs stellen würde. Noch schlimmer hat es unsere siebenjährige Tochter getroffen; sie hat furchtbar geweint. Aber auch unsere Schweizer Freunde haben den Entscheid nicht verstanden. Sie waren empört.

Ich selber kann mir nicht vorstellen, dass die Mehrheit der Schweizer beim Einbürgerungstest besser als wir abschneiden würde. Deshalb habe ich schon wieder ein Einbürgerungsgesuch eingereicht – auf Anraten des Gemeinderats aber nur für mich und meine beiden Töchter.»