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EditorialDie Guten zu Vorbildern machen

«Sie wollen Arbeit, nicht Sozialhilfe!» – Warum an der Integration von Asylbewerbern kein Weg vorbeiführt, erklärt Chefredaktor Andres Büchi im Editorial zur neuen Beobachter-Ausgabe.

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Alle wissen, dass Europa – und damit auch die Schweiz – mit der Bewältigung der Migrationsströme an Grenzen stösst. Doch von langfristig tragenden Lösungen, die auf eine deutliche Reduktion der Fluchtbewegungen nach Europa hin­wirken könnten, sind wir weit entfernt.

Die EU präsentiert sich zerstritten, unentschlossen und konzeptlos, was eine konsequentere Sicherung der Aussengrenzen betrifft.

Auch für eine enger gefasste und einheitliche Asylpolitik gibt es keinerlei absehbaren Konsens. Obergrenzen nur schon zu benennen wird tunlichst tabuisiert. Und tragfähige Ideen, um Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen zerrütteter Länder vor Ort bessere Lebensperspektiven zu bieten, sind bestenfalls Zukunftsvisionen. Eine Trendwende aufs nächste Jahr erscheint also wenig realistisch.

Andres Büchi, Chefredaktor Beobachter.

«An der Integration führt kein Weg vorbei. Wir müssen Perspektiven bieten.»

Andres Büchi, Chefredaktor

Es wird deshalb kein Weg daran vorbei­führen, die Herausforderungen im eigenen Land so gut wie möglich zu bewältigen und sich zu lösen von unfruchtbaren ideologischen Debatten: Wir werden in den nächsten Jahren pragmatisch die Aufgabe haben, jährlich Zehntausende von Flüchtlingen in der Schweiz so gut wie möglich zu integrieren. Daran führt kein Weg vorbei.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns beim Beobachter entschieden, zu recherchieren, was jetzt nottut, um diese Aufgabe zu stemmen. In unserer Titelgeschichte «Sie wollen Arbeit, nicht Sozialhilfe» legen wir dar, wo Fehler passiert sind bei der Integration der hier lebenden Asylbewerber und was jetzt dringend nötig ist, um möglichst viele von ihnen aus der Sozialhilfe herauszuführen.

Natürlich ist das keine Einbahnstrasse: Es ist klar, dass die Integrationsbemühungen auch deutlicher und entschlossener als bisher von den hier Zuflucht suchenden Menschen eingefordert und durchgesetzt werden müssen. Hier wurde vieles versäumt, zu vieles, was nicht klappte, unter den Teppich gekehrt oder aus politischer Korrektheit schöngeredet.

Viele würden noch so gerne arbeiten

Aber es gibt viele unter den Migranten, die mehr als bereit sind, ihr Leben in der Schweiz selber zu erarbeiten und zu finanzieren, sich in den Dienst des Landes zu stellen. Diesen Menschen ist unsere Titelgeschichte gewidmet. Denn bei ihnen können wir ansetzen. Diesen Leistungs- und Integrationswilligen müssen wir Perspektiven bieten; sie können zu Vorbildern werden, indem sie unsere Werte teilen und mithelfen, die Aufgaben zu schultern.

Es ist zu hoffen, dass die nötigen Inves­titionen getätigt werden und nicht einem kurzsichtigen Spardenken geopfert werden. Das wird nicht billig, aber sicher günstiger, als eine immer grössere Zahl von Menschen der Sozialhilfe zu überlassen.

Der neue Beobachter ist da!

Lesen Sie die vollständige Titelgeschichte «Sie wollen Arbeit, nicht Sozialhilfe – Was die Schweiz in der Flüchtlingspolitik systematisch falsch macht» in der aktuellen Beobachter-Ausgabe.

Weitere Themen des Hefts: Wintersport – «Alles fahrt Schii» war gestern. Schwerverkehr – Besuch am Gotthard. Gesetze – Das wird neu im Jahr 2016.

Der Beobachter 25/2015 erscheint am Freitag, 11. Dezember. Sie erhalten die Ausgabe am Kiosk, als E-Paper oder im Abo.

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Veröffentlicht am 08. Dezember 2015

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1 Kommentar

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Regina Gfall Weibel
Da schnürt es mir die Kehle zu, wenn ich immer lese, was man mit den Asylbewerbern alles besser machen könnte! Was ist mit uns "normalen" Ausländern? Seit 26 Jahren bin ich als Österreicherin nun in der Schweiz, habe hier Weiterbildungen absolviert, gearbeitet, CH-Kinder geboren, nichts zu Schulden kommen lassen, Steuern bezahlt...... Und bei der erleichterten Einbürgerung heißt es: abgelehnt, da der Ehemann nicht an gleicher Adresse wohnt..... D.h. ein halbes Jahr nach Einreichung des Gesuchs, zog der Mann aus und wohnt in gleichem Dorf, damit die gemeinsame Kindererziehung möglich ist. So funktioniert der Beamtenapparat - Bestimmungen sind Bestimmungen. Ich könnte schon längst eingebürgert sein, habe es aber versäumt. Also abgelehnt..Nun fühle ich mich unwillkommen....

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