Thomas Morus, Kapuzinerkloster Luzern
Jahrelang wurden innerhalb der Mauern des Luzerner Kapuzinerklosters abgewiesene Asylbewerber beherbergt. Nachdem sich 2001 ein Tamile im Kloster das Leben genommen hatte, flog das Versteck auf.

Das Gericht verhängte über den Klostervorsteher Thomas Morus eine Gefängnisstrafe von drei Monaten bedingt wegen «Erleichterung des illegalen Aufenthalts». An der Verhandlung fragte ihn der Richter, ob er erneut Asylbewerber aufnehmen würde. «Was für eine Antwort erwarten Sie von mir?», fragte Morus zurück. Der Richter liess es bei diesen Worten bewenden.

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Arturo Pozzi, Bern
Nach seiner Pensionierung betätigte sich Arturo Pozzi, ehemaliger Berner Kirchgemeinderat, Asylkoordinator und Mitbegründer der Asylhilfe Bern, als professioneller Vermittler von Verstecken für Asylsuchende. Der heute 80-Jährige hat sich zwar mittlerweile definitiv zur Ruhe gesetzt, freut sich allerdings noch heute spitzbübisch, wenn er von den über 30 abgewiesenen Asylbewerbern erzählt, die er in verschiedenen Klöstern der Schweiz unterbrachte. Sein Beziehungsnetz für derartige Härtefälle funktioniert auch heute noch einwandfrei.

Francisco Gmür, St.-Joseph-Pfarrei Basel
Wegen «Erleichterung rechtswidrigen Aufenthalts» wurde letztes Jahr Francisco Gmür, katholischer Pfarrer der St.-Joseph-Pfarrei in Basel, bestraft – mit einer happigen Busse von 1200 Franken. Auch bei ihm hatten abgewiesene Asylbewerber über Jahre hinweg Obdach gefunden. «Das Pfarrhaus mit seinen 20 Zimmern füllte sich einfach nach und nach. Es war ein stetes Kommen und Gehen», erinnert er sich. «Als Pfarrer konnte ich die Leute ja nicht einfach unter der Brücke übernachten lassen. Ich kann die Nächstenliebe nicht nur predigen, sondern will sie auch leben.»