Etwa in Rheineck SG, wo die Einwohnerversammlung vor knapp fünf Jahren alle Einbürgerungsgesuche von Einwanderern aus muslimischen Ländern ablehnte. «Als Nächstes wollen sie hier noch eine Moschee bauen», hiess es an der emotionalen Gemeinde­versammlung unter anderem.

Offiziell lehnten die Rhein­ecker die Gesuche freilich mit einer anderen Begründung ab: Er oder sie sei «zu wenig ins Städtlileben integriert», hiess es zu jedem einzelnen der 27 Gesuchsteller. Diese pauschale Aus­sage sei faktisch gar keine Begrün­dung und darum «nicht rechts­genügend», ­befand das Bun­desgericht im letzten Spätsommer. Deshalb verpflichtete der Kanton St. Gallen nun Rhein­­eck, die Kandidaten einzubürgern, obwohl sich die Ge­mein­deversammlung zweimal dagegen ausgesprochen hatte.

Vom Entscheid profitieren aber nur vier der ursprünglich 27 Ein­bürgerungswilligen. Einige Kan­didaten sind während der langen Verfahrensdauer weggezogen. Die meisten aber hatten nicht die Nerven, ein solch zä­hes Prozedere durchzustehen, oder glaubten nicht an einen Erfolg, sagt die Rheineckerin Ruth Erat, die sich für die Betrof­fenen einsetzte.