Die Idee ist gleichermassen simpel wie überzeugend: Statt Migros-Cumulus- und Coop-Superpunkte für sich zu sammeln, kann man sie spenden. Schon vor sechs Jahren hat Debora Buess die sogenannte Solikarte lanciert. «Ich wollte denen helfen, die am Rand der Gesellschaft stehen, keine Rechte haben und in ständiger Angst leben», erklärt die 24-jährige St. Gallerin.

Buess kopierte dazu den Barcode einer Cumuluskarte und verteilte ihn an Spendewillige. Zudem bestellte sie 200 Supercards, die sie ebenfalls unter die Leute brachte. Die Solidaritätskarte kam von Anfang an gut an: Rund 15000 Franken sammelte die Gemeinschaft monatlich. Die gesammelten Superpunkte und die Migros-Gutscheine gab das Solikarten-Team dann an Hilfsorganisationen, die mit Flüchtlingen arbeiten.

Mit dem Erfolg wurden die Grosskonzerne auf das Projekt aufmerksam – und kritisierten es. Das Prä­miensystem sei dazu da, die Kunden zu belohnen, und nicht, um Spenden zu sammeln, erklärte Coop damals und stoppte die Aktion. Auch die ­Migros schritt ein. Daher muss heute jeder Haushalt eine eigene Cumuluskarte beantragen, kann dann aber mit einem Formular verfügen, dass die Punkte regelmässig auf das ­Solikartenkonto übertragen werden. «Bei der Coop-Supercard geht das leider nicht so einfach. Dort müssen Spendewillige immer wieder selbständig eine Überweisung auf unser Solikartenkonto machen», erklärt Debora Buess.

Diese administrativen Hürden haben einschneidende Folgen. Die Spenden sind auf durchschnittlich 8000 Franken pro Monat eingebrochen. Doch Debora Buess ist zuversichtlich, dass sich das in Kürze wieder ändern wird: «Die Leute sind im Augenblick sehr spendefreudig.» Wurden sonst rund 50 neue Soli­karten pro Monat bestellt, waren es allein in der ersten Septemberwoche bereits 500. 

Dieser Artikel ist Bestandteil unserer Artikelserie «Die vielen Helden, die sich kümmern»: Was jede Schweizerin und jeder Schweizer tun kann, um das Leid der Flüchtlinge zu lindern.

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