Weniger ist mehr: Das gilt auch für Ferienfotos.
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Fotos

Ein Archiv für Ihre Lieblingsbilder

Malte Jaeger/Laif/Keystone, iStockphoto

Unzählige Fotos liegen auf dem ­Computer. Und nach jeden Ferien werden es mehr. Bringen Sie Ordnung in die Bilderflut – in vier einfachen Schritten.

von Andreas Groteaktualisiert am 2016 M08 16

Seit Fotos nicht mehr für viel Geld entwickelt werden müssen, sondern digital auf einer Speicherkarte abgelegt werden, knipsen Hobbyfotografen alles, was ihnen vor die Linse kommt. Das Ergebnis: Hunderte bis Tausende Bilder, die jährlich zusammenkommen und auf der Festplatte landen. Dabei ist es überhaupt keine Hexerei, ein Fotoarchiv zu erstellen und in Ordnung zu halten. In vier Schritten schaffen das auch Technikmuffel – ohne Unkosten und in überschaubarer Zeit.

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1. Ausmisten

Die meisten Bilder machen wir in den Ferien. Die kann man täglich noch vor Ort ausmisten, am besten auf dem ­Tablet oder Notebook wegen des ­grösseren Bildschirms. Löschen Sie unscharfe, langweilige, schlecht belichtete oder schlecht in Szene gesetzte Bilder und behalten Sie aus einer Reihe ähnlicher Aufnahmen nur die beste. Alle anderen sehen Sie sich ­sowieso nie wieder an.

Das Gleiche sollten Sie auch mit ­Ihren Fotos zu Hause erledigen. Bei Tausenden Bildern dauert das natürlich etwas länger. Doch dafür gibt es leicht zu bedienende und kostenlose Fotobrowser wie etwa Faststone und Irfanview für Windows oder Xnview MP für Mac und Windows. Der Browser zeigt mehrere Bilder gleichzeitig an. Man kann sie markieren und dann alle auf einmal in den Papierkorb ­werfen. Schnell und einfach.

2. Ordner erstellen

Sammeln Sie alle Bilder an einem zentralen Ort, entweder auf der Festplatte Ihres Computers oder auf einer externen Festplatte. Legen Sie dort einen neuen Ordner an, den Sie als Foto­archiv bezeichnen. Kopieren Sie nun alle Fotos von den verschiedenen Quellen – Speicherkarten, andere Festplatten oder Smartphone – in diesen Ordner. Lassen Sie sich die Bilder im Archivordner in Listenform mit Details anzeigen und sortieren Sie sie nach dem Erstellungsdatum, indem Sie die entsprechende Spalte anklicken. So erkennen Sie, wann die Fotos gemacht wurden.

Legen Sie jetzt im Archivordner jeweils einen Unterordner für jedes Jahr an, also 2016, 2015, 2014 usw. und verschieben Sie die Fotos gemäss ihrem Erstellungsdatum dort hinein. Eine weitere Unterteilung in Unterordner mit den Monaten ist möglich, aber nicht nötig. Man findet die Bilder aus einem bestimmten Monat leicht, ­indem man sie im jeweiligen Jahresordner nach Erstellungsdatum ordnet. Nützlicher sind Unterordner von Feierlichkeiten und wichtigen Events. So findet man alle Fotos von der Hochzeit, vom ersten Schultag oder vom 70. Geburtstag der Tante sofort.

3. Verschlagworten

Je grösser das Archiv, desto schwieriger die Suche nach Bildern. Dafür lohnt es sich, die Fotos mit Schlagworten inhaltlich zu beschreiben. Das können die Namen der auf dem Bild zu sehenden Personen, Denkmäler, Gebäude, Seen oder Berge sein, aber auch der Ortsname, die Jahreszeit oder ein Motiv wie etwa Sonnenuntergang. Die Schlagwörter werden bei Fotos im JPEG-Dateiformat unsichtbar mit in die jeweilige Bilddatei gespeichert. Bei RAW-Fotodateien sind sie in einer kleinen separaten Datei abgelegt.

Auf dem Mac kann man einzelne Bilder über das Vorschau- und Fotoprogramm verschlagworten, auf Windows mit einem Rechtsklick auf eine Bilddatei, das Menü «Eigenschaften» und die Registerkarte «Details».

Besser geht es aber mit einer speziellen Software. Sie versieht gleich ganze Ordner in einem Rutsch mit Schlagworten. Hierfür eignen sich Programme wie Photoshop Elements (ca. 80 Franken) oder Lightroom (ca. 120 Franken) von Adobe sowie ACD See (ca. 75 Franken). Sie sind aber sehr komplex.

Für alle, die ihre Fotos möglichst einfach archivieren und verschlagworten wollen, reicht auch das kostenlose und leicht zu bedienende Programm Xnview MP, das es für Windows und Mac gibt. Tipp: am Anfang nicht gleich das ganze Foto­archiv drauflosverschlagworten, sondern erst mal an einem Testordner mit einigen Bildern üben.

Zur gezielten Fotosuche braucht es dann nur noch einen Fotobrowser, der die Schlagworte lesen kann. Er durchsucht je nach Bedarf das ­gesamte Foto­archiv oder auch nur einzelne Ordner nach den Stichworten. Die komplexen kommer­ziellen Programme besitzen zwar auch einen Fotobrowser, doch kostenlose Alternativen wie Faststone, Xnview oder Irfanview sind für Laien übersichtlicher. Die Sucheingabe wie «Sonnenuntergang, Familie, Ibiza» findet alle Fotos mit der Familie beim Sonnenuntergang auf Ibiza. Auch gemeinsame Fotos von Onkel Fritz und Grosi Martha auf ­Geburtstagen oder Fotos mit den ­Kindern am See lassen sich so ganz einfach finden.

4. Fotoalben erstellen

Zu analogen Zeiten liess man nur die besten Bilder entwickeln und klebte sie ins Fotoalbum ein. So hatte man zu wichtigen Ereignissen wie Hochzeit, Sommerferien oder erster Schultag die schönsten Aufnahmen immer gleich zusammen, wenn man sie sich anschauen oder jemanden zeigen wollte.

Das geht auch am Computer. Hierfür steckt man alle für ein Album ­benötigten Bilder in einen eigenen Ordner. Die Fotos in diesem Ordner kann man dann bei Bedarf mit einem Fotobrowser als Diaschau auf dem Monitor oder auf dem Fernseher ­abspielen. Kleiner Nachteil: Man muss die Fotos als Kopien in den neuen ­Albumordner einfügen, damit das Originalbild am ursprünglichen Platz im Archiv bleibt. Das kostet ­etwas Zeit und Speicherplatz, doch mit ­einem Fotobrowser wie Xnview MP klappt das gut.

Wer sich das Kopieren sparen will, kann mit Lightroom (oder stark abgespeckt auch mit den im Betriebssystem Windows und OS X integrierten Foto-Apps) ein Album erstellen. Das Programm liest zunächst die Speicherorte aller Bilder im Foto­archiv ein. Danach kann man die Fotos für das Album per Mausklick auswählen. Lightroom kopiert die Fotodateien nicht in einen Ordner, sondern merkt sich einfach ­deren Speicherort und zeigt sie beim Abspielen der Diaschau von dort an. Der Nachteil hier: Sobald man das Fotoarchiv oder einzelne Bilder an einen anderen Speicherort verschiebt, findet Lightroom die Fotos nicht mehr. Deshalb muss man den Ursprungsordner entweder direkt über Lightroom verschieben, oder man muss dem Programm den neuen Speicherort mitteilen. Auch wenn man später mal auf ein anderes Archivierungsprogramm wechseln sollte, sind diese virtuellen Alben dann möglicherweise verloren.

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