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Schweizer GiftmüllEinsturz in Deponie

Einsturz in Deponie
Erneuter Abbruch der Decke: Sondermülldeponie Heilbronn. Bild: Heinrich Völkel/Ostkreuz

In Heilbronn wird Schweizer Giftmüll gelagert - schon wieder sind Teile des Depots eingestürzt.

von Daniel Bütler

Die Schweiz lagert 20'000 Tonnen Giftmüll jährlich in einer Sondermülldeponie im deutschen Heilbronn ein. Anfang Mai sind nun ein weiteres Mal Teile der Decke der umstrittenen Untertagedeponie eingebrochen. Wegen Sicherheits­bedenken hatte das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) erst kürzlich ein externes Gutachten erstellen lassen. Dieses bestätigte die Langzeit­sicherheit der Deponie.

Doch nun sind in zwei stillgelegten Bergwerksstollen grossflächig Deckenteile eingestürzt, nachdem schon vor eineinhalb Jahren ein erster massiver Deckenabbruch bekanntgeworden war (Beobachter Nr. 6/2013). Die Betreiberfirma SWS teilte sogleich mit, der neue Deckenabbruch stelle «keine Gefährdung für die Standsicherheit des Bergwerks» dar. Ein Gutachter bestätigte diesen Befund nachträglich.

Umweltschützer alarmiert

Laut Experten zeigen die Deckenabbrüche jedoch, dass der Untergrund stärker in Bewegung ist als angenommen. «Solche Einbruchstellen könnten Ansatzpunkte für einen Wasserzufluss sein», sagt Gottfried May-Stürmer von der deutschen Umweltschutzorganisation BUND. Die Folgen eines Wassereinbruchs im Salzbergwerk wären verheerend, da die eingelagerten Sondermüll-Giftstoffe langfristig ins Grundwasser gelangen würden. Dass die aktuelle Untersuchung einen positiven Befund bringt, beruhigt May-Stürmer nicht: «Auf die Möglichkeit von Wasserzutritten wird darin gar nicht eingegangen.» Das Schweizer Bafu vertraut weiterhin auf die posi­tive Einschätzung des eigenen Gutachtens. Detaillierter wollte das Bundesamt zum neuerlichen Vorfall nicht Stellung nehmen.

Veröffentlicht am 2014 M05 23