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Quecksilber-LeuchtenBund durchleuchtet Sparlampen

Die letzten Glühbirnen verschwinden im September aus den Läden. Ihr Ersatz, die Energiesparlampe, gerät derweil in schiefes Licht.

Experten halten sie für ein «Auslaufmodell» und für giftig: die Energiesparlampe
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Wie giftig sind Sparlampen wirklich? In der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) läuft derzeit eine Test­reihe an, um Menge und Form des Quecksilbers in knapp 70 Typen von Energiesparlampen und -leuchten zu untersuchen.

Das hochgiftige Quecksilber gibt seit Jahren zu reden. Denn zerbricht eine Lampe, entweicht der gasförmige Teil. Dies sei höchst gesundheits­gefährdend, warnen Kritiker. In Deutschland rät die zuständige Bundesbehörde, den Raum für 15 Minuten zu verlassen und gut zu lüften. Erst dann solle die Entsorgung beginnen.

«Panikmache» oder gefährlich

Seit deutsche Medien das Thema erneut beleuchteten, gehen bei der Empa wie beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) Anrufe verunsicherter Konsumenten ein. Beide Stellen warnen vor «Panikmache». Auch das BAG empfiehlt, zu lüften, damit sich das Quecksilber schneller verflüchtige. Aber den Raum verlassen müsse man nicht zwingend, sagt Daniela Oggier. «Wenn in einem Wohnzimmer eine Energiesparlampe kaputtgeht, besteht kein erhöhtes gesundheitliches Risiko – selbst wenn die gesetzlichen Grenzwerte kurzzeitig überschritten werden.» Dennoch rät das BAG, beim Aufputzen Handschuhe zu tragen, um sich vor Schnittwunden zu schützen. Die Splitter sollte man mit Klebeband aufnehmen und in einen luftdichten Behälter legen – und keinesfalls den Staubsauger benutzen. Verkaufsstellen sind verpflichtet, die Lampen und deren ­Reste zurückzunehmen.

Dass Fachleute die Gefährlichkeit des gasförmigen Quecksilbers unterschiedlich einschätzen, erklärt sich Oggier vor allem damit, dass auf verschiedene Studien Bezug genommen wird. «Oft werden die Messungen in Versuchskammern gemacht, in denen sich nur wenige Liter Luft befinden. Dadurch fällt die Konzentration, der ein Mensch ausgesetzt wäre, wesentlich höher aus als diejenige, die in einem Arbeits- oder Wohnraum vorkommen kann.» Das BAG stütze seine Einschätzung auf Studien, die in wohn- und büroähnlichen Räumen durchgeführt wurden.

Alternative: LED-Leuchten

Bleibt die Frage, ob die Lampen wirklich nur so viel Quecksilber enthalten wie gesetzlich erlaubt. Das misst die Empa im Auftrag von Bund und Kantonen nun mit einer neuen ­Methode. Die Resultate sollen Anfang 2013 vorliegen.

Als Alternative zu den umstrittenen Lampen rät Armin Braunwalder von der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz zu LED. Er ist überzeugt, dass die Energiesparlampen ein Auslaufmodell sind. «Die LED-Lampen sind zwar teuer, haben heute aber eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren – und kommen ohne Quecksilber aus.»

Veröffentlicht am 14. August 2012

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3 Kommentare

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Beat Horn
20-25 Jahre Lebensdauer für LED Lampen halte ich für Unfug. Ich musste kürzlich eine solche Lampe nach 3 Monaten Einsatz zurückbringen. Ich erhielt zwar problemlos Ersatz, aber solche Lebensdaueraussagen müssen relativiert werden. Das Problem ist, dass das Halbleitersubstrat der LEDs sehr temperaturempfindlich ist. Deshalb auf einen hohen Wirkungsgrad der Lampen und auf eine gute Kühlung (grosse Kühlfläche) achten. Stauwärme in geschlossenen Gehäusen ist sehr ungünstig. Zum Test kann man die Lampen nach z.B. 1 Stunde Betriebszeit anfassen. Ist die Temperatur noch erträglich ist das Design OK ansonsten wird sie wohl nicht sehr lange leben. Solche Modelle sind zu vermeiden.
Giorgia Daskalopoulou
Wir haben uns seit dem Film „Bulb fiction“ mit Haut und Haaren dem Kampf gegen die Energiesparlampe verschrieben. Als junges Team mit einem erfahrenen Mentoren wollen wir mit Hilfe von Social Media, Umweltschutzorganisationen und nicht zuletzt mit der Presse gegen die Sondermüll-Energiesparlampe ankämpfen. Es kann und darf nicht sein, dass die gute alte Glühbirne verboten wird und mit einer ineffektiven und giftigen Lampe ersetzt wird. Und das alles ohne auf den Verbraucher noch auf die Umwelt zu achten. Wir hoffen, dass wir auch Schulen, Studenten und Konsumentenschutzorganisationen hinter der Idee scharen können. Wir würden uns natürlich freuen, Sie bei Gelegenheit für unsere Aufklärungskampagne (Kampf) gegen die Risiken der „Energiesparlampe“ ins Boot zu holen. http://youtu.be/jJPmwz
Chris
Wenn es endlich mal LED's mit ausreichender Leuchtstärke und in passender Form (Hochvolt-LED-Halogen und Hochvolt-LED-Birnen) geben würde, wären die bei mir schon längst im Einsatz. Sonstige Sparlampen mit Röhren werde ich niemals nutzen, denn die sind zu gross und sind viel zu langsam, haben unnütze Elektronik drin die surrt und zusätzlich kaputt gehen kann und selber sicher auch Energie frisst. Ich setze momentan nur Hochvolt-Halogen ein und warte auf die Hochvolt-LED's im Halogen-Design mit gleicher oder besseren Lichtausbeute. Das Problem mit der Lichttemperatur wurde mittlerweile ja auch behoben, obwohl ich eigentlich blaues Weiss bevorzuge, denn es ist eigentlich heller als dieses rötliche aber sind ja Details. Die alten Birnen bekommt man übrigens auch noch wenn man weiss wo... ;)