Im zweiten Jahr seiner Tätigkeit wurde der Ombudsmann bedeutend weniger häufig angerufen als im ersten Jahr. Die meisten Fälle konnten durch schnelle und einfache Interventionen geklärt werden. Erneut bestätigte sich, dass die Redaktionen auf Leserbriefe, Beschwerden und Beiträge aus dem Leserkreis unbedingt sofort reagieren müssen, auch wenn die Stellungnahme nur eine vorläufige sein kann. In einem Fall musste ein Leser, dessen interessanter und aus eigenem Erleben geschöpfter Leserbrief abgelehnt worden war, davon überzeugt werden, dass dies zu seinem Schutz und zur Vermeidung einer rechtlichen Auseinandersetzung nötig war. In der internen Weiterbildung für die Redaktionskader wurde das Thema Leserkontakte vertieft.

Erneut wurde der Ombudsmann bei einer sachlichen Differenz zwischen einer Redaktion und einem direkt Betroffenen als Mittelsmann und Schlichter eingesetzt. Da sich die Redaktion in gutem Glauben auf Informationen aus scheinbar untadeliger Quelle stützte, die vom Betroffenen aber als aktenwidrig bezeichnet wurden, hat der Ombudsmann die umstrittene Darstellung nachrecherchiert und einen Konsens aller Beteiligten über den wirklichen Sachverhalt herbeiführen können. Damit wurde ein möglicherweise langwieriger und teurer Rechtsstreit vermieden. Dass der Ombudsmann der Jean Frey AG in den vergangenen zwei Jahren wiederholt sogar von Gegenanwälten angerufen wurde, ist ein Beweis für die Relevanz dieser Institution und für das Vertrauen, das sie hat aufbauen können.

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