Das «Bundesgesetz über die Hilfe an Opfer von Straftaten», kurz: Opferhilfegesetz, ist am 1. Januar 1993 in Kraft getreten und hat die Situation der Opfer entscheidend verbessert. Hilfe erhält jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Dem Opfer gleichgestellt werden sein Ehepartner, Kinder und Eltern sowie andere Personen, die ihm ähnlich nahe stehen.

Die Behörden wahren die Persönlichkeitsrechte des Opfers. Das Gericht schliesst die Öffentlichkeit aus, wenn überwiegende Interessen des Opfers dies erfordern.

Aufgrund des Gesetzes sind heute Fachleute in 65 Beratungsstellen tätig: Sie leisten medizinische, psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe. Diese Beratungen und die Soforthilfe sind unentgeltlich. Die Beratungsstellen übernehmen auch Arzt-, Anwalts- und Verfahrenskosten, soweit dies aufgrund der persönlichen Verhältnisse des Opfers angezeigt ist.

Das Gesetz unterscheidet Entschädigungen und Genugtuungen. Die Entschädigungen sind abhängig von den materiellen Verhältnissen des Opfers. Sie können gekürzt werden, wenn das Opfer den Täter provoziert hat. Genugtuungen werden dagegen unabhängig vom Einkommen des Opfers ausbezahlt und sind nicht zwingend vorgeschrieben.

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Ein Grundsatz des Opferhilfegesetzes ist, dass es subsidiär zum Zug kommt. Das heisst, der Staat zahlt nur dann, wenn der Täter oder die Versicherungen nicht herangezogen werden können.