«Ich kann nicht kochen, vielleicht ein Spiegelei, das schon, Teigwaren würde ich auch noch hinbekommen. Einkaufen gehe ich nie. Ich wohne noch bei meinen Eltern. Mutter ist die, die einkauft und kocht. Abends kommt immer etwas Warmes auf den Tisch, weil ich den ganzen Tag nur Kaltes hatte. Gestern gab es Zigeunergeschnetzeltes mit Teigwaren zum Znacht. Für mich gehört ein Bitz Fleisch zu einem guten Essen. Fleisch ist mein Lieblingsessen. Man muss schon darauf achten, dass man gut isst und nicht vom Fleisch fällt. Mutter legt mir am Morgen den Sack mit dem Essen für den Tag parat. Sie schaut, dass immer auch etwas Gesundes eingepackt ist. Wenn es nach mir ginge, wäre nie eine Frucht oder ein Joghurt dabei.

Zmorge nehme ich nie, nur Kaffee, gehe mit leerem Magen aus dem Haus. So früh bringe ich nichts runter. Bei der Znünipause spüre ich dann den Hunger. Da habe ich schon über eine Stunde gearbeitet. Heute hatte ich eine Banane, ein Joghurt, Brot und einen Cervelat. Das muss sein, weil die Arbeit auf dem Bau anstrengend ist.

Znüni und Zmittag nehmen alle Arbeiter zusammen in der Baracke ein. Wir sind sechs oder sieben. Es ist zwar eng, aber das stört mich nicht. Ich verstehe sowieso nicht, was die Albaner sprechen. Es gibt noch einen Kollegen, der auch Deutsch spricht. Mit dem hocke ich meistens am Tisch. Ich esse nie allein. Ich brauch den Lärm um mich herum. Zum Zmittag esse ich immer kalt: Aufschnitt und Käse und Brot. Dazu trinke ich Citro, die richtige, mit Zucker. Wir haben 45 Minuten Mittagspause.

Da lohnt es sich nicht, in eine Beiz zu gehen. Ich hätte auch das Geld nicht. Zum Zvieri esse ich einen Schoggistängel. Bald ziehe ich mit meiner Freundin zusammen. Vielleicht bringt sie mir ja das Kochen bei.»

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