42 Jahre arbeitet Paul Heutschi schon bei den SBB – sein ganzes Berufsleben lang. 1963 begann er als Güterarbeiter, wechselte in den Rangierdienst, später in den Gepäckdienst, die Reinigung und die Spedition. Er war flexibel, doch musste er – wie viele andere – erleben, dass nichts mehr sicher ist. «Ich hätte vor 30 Jahren nie geglaubt, dass ich je in eine solche Lage kommen würde.» Verunsicherung und Zweifel waren gross, als seine Stelle abgebaut wurde.

Dank dem Programm «Crescendo» für Mitarbeitende ab 58 konnte er sich intern weiterbilden, besuchte Computerkurse und fand dann beim SBB-Energie-Engineering eine 60-Prozent-Stelle. Diese wird er bis zu seiner Pensionierung behalten können. Hier muss er im Zeichnungsbüro mithelfen und Pläne archivieren. «Ohne ‹Crescendo› hätte ich diese Stelle wohl nie erhalten», sagt Heutschi.

Auch wenn er lohnmässig etwas zurückstecken musste, zieht er diese Lösung allemal einer Frühpensionierung vor. Zudem macht ihm der Umgang mit dem Computer Spass: «Am Anfang glaubte ich, ich lerne das nie. Aber plötzlich bin ich reingekommen, und jetzt empfinde ich die Arbeit am Computer als Bereicherung.»

In der Zwischenzeit sind Dutzende von SBB-Mitarbeitern, deren Stelle auf-gehoben wurde, in den Genuss von «Crescendo» gekommen. Sie können in einem von fünf Modulen bis 62 weiterarbeiten und sich schrittweise auf die Pensionierung vorbereiten. Besonders erfreulich ist für Paul Heutschi, dass er am neuen Arbeitsplatz seine Erfahrungen einbringen kann: «Meine Vorschläge werden meistens akzeptiert.» Und noch eine erfreuliche Erfahrung machte er aufs Alter hin: «Es ist die vielseitigste Arbeitsstelle, die ich je hatte.»

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