Bundeskanzlerin Angela Merkel gerät im Streit um die Schmährede des ZDF-Moderators Jan Böhmermann gegen Erdogan schwer in Rücklage. Mit Merkels Segen wird gegen Böhmermann ermittelt, die Meinungsfreiheit ist erst mal beschädigt.

In der Schweiz muss Justizministerin Simonetta Sommaruga zum «undenkbaren» Verhalten zweier muslimischer Sekundarschüler Stellung nehmen. Deren Weltbild lässt es trotz hiesiger Einschulung offenbar nicht zu, einer Frau die Hand zu geben. Kurz danach muss sich der Bundesrat von der «Sonntags-Zeitung» Untätigkeit vorwerfen lassen. Radikale Imame würden in der Schweiz islamistische Propaganda verbreiten, und das türkische Ministerium für Religion bestimme wesentlich mit, was Schweizer Muslime in der Moschee oder in islamischen Vereinen zu hören bekommen.

Der Westen ist im Kampf gegen den Islamismus ständig am Reagieren statt am Agieren, vornehmlich beschäftigt mit Feuerlöschen statt mit Massnahmen für einen wirksameren Brandschutz. Scheinbar gelähmt sieht man zu, wie einst hochgehaltene freiheitliche Werte wie Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit, Eigenverantwortung und Schutz der eigenen kulturellen Lebensräume aufgeweicht werden.

Quelle: Thilo Rothacker

Wohin das führen kann, zeigt eine aktuelle Dokumentation aus Grossbritannien, wo rund 2,7 Millionen Muslime leben. Unter dem Titel «Was britische Muslime tatsächlich denken» hat der TV-Sender Channel 4 über 1000 repräsentativ ausgewählte Muslime in persönlichen Interviews befragt. Ergebnis:

  • 23 Prozent der Muslime unterstützen die Einführung religiöser Gesetze, der Scharia.
  • 39 Prozent sind der Ansicht, in einer Ehe hätte der Mann das alleinige Sagen.
  • 31 Prozent finden, einem Mann stünde mehr als eine Ehefrau zu.
  • 4 Prozent sympathisieren mit Selbstmordattentätern.

«Wir müssen jene Muslime unterstützen, die unsere demokratischen Grundsätze teilen.»

Andres Büchi, Chefredaktor

Auch wenn die Resultate nicht direkt übertragbar sind auf die Schweiz, zeigen sie doch: Fundamentalistische Koran-Auslegungen sind stärker verbreitet, als es Medien und Politik gerne wahrhaben wollen.

Genau hier muss angesetzt werden. Wir müssen jene Muslime unterstützen, die unsere demokratisch festgelegten Grundsätze teilen. Sie sind auf unserer Seite. Ihnen müssen wir helfen, sich einzugliedern.

Die Moscheen sollten sich öffnen

Wer die Regeln unseres Landes hingegen partout nicht akzeptieren will und unter Berufung auf seine Religion Grundrechte wie den Anspruch auf Gleichberechtigung der Frauen ablehnt, findet ein passenderes Umfeld in einem muslimischen Land. Ein solches Verhalten darf hier nicht geduldet werden. Sonst gefährden wir den sozialen Frieden und diskreditieren die muslimische Gemeinschaft als Ganzes.

Die Schweiz muss entschlossen dagegen vorgehen, dass Extremisten und radikale Islam-Prediger den Koran durch passgenaue Verse dazu missbrauchen, ihre totalitäre Ideologie für einen Kulturkampf gegen den Westen zu verbreiten und Jugendliche für ihre Ziele zu gewinnen.

Moscheen müssen dazu verpflichtet werden, die Herkunft ihrer Mittel offenzulegen. Die Finanzierung von Moscheen und muslimischen Vereinen aus dem Ausland muss verboten werden. Moscheen sollten dazu motiviert werden, sich für alle Interessierten zu öffnen und ihre Predigten in einer Landessprache zu halten. Wer das nicht tut, muss mit Stichproben zur Kontrolle der Predigten und Prediger rechnen.

Aber auch die Medien stehen in der Pflicht. Sie sollten genau prüfen, wem sie in Debatten zum Islam das Wort geben. Der Islamische Zentralrat, der sich nie deutlich abgrenzt von radikalen Predigern, gehört sicher nicht in die erste Reihe einer «Arena» im öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehen.

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