Constantin Alig, 80, Rentner: «Ich wüsste sonst nicht, wohin damit»

Ich habe unseren Keller aufgeräumt und bringe ein paar Holzabfälle und sonstige Sachen zum Entsorgen. Den Zementeimer aber brauche ich noch, den nehme ich wieder mit. Früher habe ich als Maurer gearbeitet, und ich flicke auch heute noch vieles selber. So sammelt sich halt immer wieder Material an, das man nicht mehr braucht. Ich lebe mit meiner Frau seit langem in einer städtischen Wohnung, drei Zimmer. Bald soll renoviert werden, also wollten wir Platz schaffen. Und für eine Nachbarin, die nicht mehr gut zu Fuss ist, bringe ich auch noch ein paar Dinge weg. Dass ich nur bis zum Cargo-Tram gehen muss, ist eine gute Sache, denn ich fahre nicht mehr Auto und wüsste sonst nicht, wohin mit dem Zeugs. Nur musste ich etwas lange auf den Handwagen warten, weil alle ausgeliehen waren. Aber ich habe ja Zeit, und ich schaue auch gerne zu, was die Leute so vorbeibringen. Es ist unglaublich, was alles weggeworfen wird.



Daniel Flück, 32, Informatik-Berufsbildner: «Froh, wenn man eine Last weniger hat»

Wir zügeln auf Ende Monat. Jetzt räumen wir die alte Wohnung leer und bringen weg, was wir nicht mehr brauchen. Zum Beispiel dieses Gartenhäuschen aus Blech, das wir auf unserer Terrasse hatten. Zig Stunden habe ich aufgewendet, um das Ding auseinander zu wuchten, dann habe ich es auf den Kinder­Veloanhänger geladen und bin hierher gekommen. Zehn Minuten zu Fuss, das war kein Problem. Wir haben kein Auto; ich finde, das Cargo-Tram ist eine super Alternative. So sperrige Sachen kann man ja nicht einfach in den Abfallsack stecken. Wenn es das Tram nicht gäbe, hätte ich irgendetwas organisieren müssen, um in die Kehrichtverbrennung zu fahren. Ich wäre sogar bereit, beim Cargo-Tram fürs Entsorgen zu bezahlen; dass es gratis ist, finde ich natürlich gut. Und es ist mir wichtig, dass die Sachen richtig entsorgt und rezykliert werden. Im Zügelstress ist man einfach froh, wenn man eine Last weniger hat.



Andreas Lanz, 47, Landschaftsarchitekt: «Wenn es das schon gibt, nutze ich es»

Ich bin zufällig an der Tramhaltestelle vorbeigekommen und habe gesehen, dass das Cargo-Tram dort steht. Also bin ich nach Hause gefahren und habe mein Sperrgut geholt. Eigentlich ist es nur eine Kleinigkeit, nämlich diese zwei abgenutzten Veloreifen. Und noch ein altes Thermometer, das Quecksilber enthält. Dieses konnte man mir aber nicht abnehmen; ich muss es im Fachhandel abgeben oder in einen städtischen Recyclinghof bringen. Klar, die Velopneus könnte ich auch zerkleinern und in den Zürisack stecken. Doch wenn es dieses Angebot schon gibt, will ich es auch nutzen. Praktisch ist, dass das Cargo-Tram abends bis um sieben Uhr an der Station steht. Ich habe es schon zwei-, dreimal in Anspruch genommen, auch für grössere Sachen. Ein eigenes Auto besitze ich nicht. Muss ich einmal wirklich viel Ware transportieren, miete ich ein Mobility-Auto.



Sonja Rageth, 41, Betriebswirtschafterin: «Das alles steht mir schon lange im Weg»

Dass heute das Cargo-Tram vorbeikommen wird, habe ich mir in die Agenda eingetragen. Letztes Mal bemerkte ich es nur zufällig, als ich von der Arbeit nach Hause kam. Dann musste ich in aller Eile noch ein paar Sachen herbringen; Skier und Möbel und so weiter – damals hatte ich richtig viel Ware. Jetzt bringe ich nur dieses Weinregal und eine Kiste, beides aus Styropor, sowie ein paar Eisenstangen. Alles steht mir schon lange im Weg. Ich habe ein SBB-Generalabonnement und bin Mitglied der Genossenschaft Mobility. Ein eigenes Fahrzeug brauche ich nicht – mit dem Car­sharing bin ich sehr gut bedient. Das Cargo-Tram ist eine tolle Idee. Für Leute aus dem Quartier, die von Zeit zu Zeit etwas entsorgen wollen, ist es sehr praktisch. Und das Angebot bringt die Leute zusammen; ich schwatze hier regelmässig mit Nachbarn.

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