Als der 39-jährige Behindertenbetreuer aus Steffisburg BE im vergangenen Januar an der Westküste Sri Lankas eintraf, traute er seinen Augen nicht: Wo der Tsunami gut ein Jahr zuvor gewütet hatte, standen teils protzige Villen und Hotels. «Mit Spendengeldern hat die Regierung gewisse Tourismuseinrichtungen rasch wieder aufgebaut», sagt Schmutz. «Doch andernorts, vor allem an der von Muslimen und Tamilen besiedelten Ostküste, fehlt es immer noch an vielem.»

An Weihnachten 2004 wurde Stephan Schmutz von der Flutkatastrophe überrascht. Er blieb vor Ort und errichtete mit eigenem und gespendetem Geld ein Hilfswerk, das einen Monat lang 3500 Bedürftige mit Lebensmitteln und Wasser versorgte. Dafür erhielt er den Prix-Courage-Publikumspreis des Beobachters.

«Diese Auszeichnung hat mir wertvolle Erfahrungen ermöglicht», bilanziert Schmutz. Dank dem Beobachter-Preis konnte er die zweite Reise nach Sri Lanka finanzieren und dort erneut helfen; eine Beinprothese, eine Augenoperation, ein Hausbau – unbürokratisch leistete er Hilfe, wo die Regierung sie vernachlässigt hatte. Schmutz weiss aber, dass nachhaltige Unterstützung professionell organisiert sein muss: «Für ein Pilotprojekt suche ich jetzt die Zusammenarbeit mit der Entwicklungshilfe», sagt er. «Allein kann man zwar Nothilfe leisten, aber nichts Langfristiges auf die Beine stellen.»

Der Beobachter-Preis für mutige Taten

Seit 1997 verleiht der Beobachter den Prix Courage, den Preis für ausserordentliche, mutige Taten. Mehr zum Prix Courage.