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Basel, eine kalte Nacht im November letzten Jahres. In den frühen Morgenstunden ist Marc Hofmann auf dem Heimweg; er hat gerade eine Kollegin nach Hause gebracht.

In der Rebgasse sieht der 24-Jährige, wie mehrere junge Männer auf ein Pärchen eindreschen. Obwohl der Mann zu Boden geht, treten die Angreifer weiter auf ihn ein. Seine Begleiterin, die sich den Tätern ent­gegenstellt, wird ebenfalls verprügelt.

Hofmann will helfen. Er ist Autist, sein Sprachvermögen eingeschränkt. Also geht er ein­fach dazwischen, kassiert selbst Schläge. Immerhin: Die Täter lassen von ­ihren Opfern ab und rennen weg.

Kurz darauf trifft die Polizei ein; alarmiert von einem Strassenwischer, der die Szene beobachtet hat. Da Hofmann annimmt, nicht mehr ­gebraucht zu werden, verlässt er den Tatort. Doch ein paar hun­dert Meter weiter, beim Wettsteinplatz, trifft er ein zweites Mal auf die Schläger. Die Meute erkennt ihn sofort und will sich rächen. Hofmann versucht zu fliehen, wird aber ein paar Strassen weiter eingeholt. Die Männer schlagen auf ihn ein, brechen ihm mit ­Tritten ins Gesicht Nase und Kiefer.

Verstört schleppt sich Hofmann nach Hause. Am nächs­ten Morgen begibt er sich in ärztliche Behandlung und erstattet Anzeige. Wegen seiner Verletzungen bleibt er neun Tage im Spital. Das Pärchen, das Hofmann schützen wollte, erlitt ebenfalls Brüche und Prellungen.

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Hofmanns mutige Tat verhinderte Schlimmeres. Doch er spricht nur un­gern über die Ereignisse jener Nacht: «Ich wollte einfach helfen», sagt er.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen die drei Haupttäter Anklage erhoben – unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes.