Quelle: Christian Schnur

Es hat viel geregnet in der Woche ­davor. Der Pegel der zürcherischen Limmat steht entsprechend hoch, als Lorenzo Querci mit zwei Kollegen am 7. Juni 2013 am Fluss entlanggeht. Der 23-jährige ETH-Student beobachtet, wie ein Hund ins Wasser springt. Der ­Besitzer ruft das Tier zu sich. Ohne Erfolg: Der Hund kommt gegen die Strömung nicht an. Der Mann ruft wieder und wieder, tritt dabei ins Wasser. Plötzlich verliert er den Halt, der Fluss reisst ihn mit. Herrchen und Hund treiben auf den Wassereinlass des Elektrizitätswerks zu.

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Lorenzo Querci überlegt nicht lange und springt in die Limmat. Das Wasser ist eiskalt an diesem so gar nicht sommerlichen Abend, wegen der Strömung besteht ­Gefahrenstufe 2 von 5. «Ich dachte nie ­daran, dass es gefährlich sein könnte für mich», sagt der sportliche Chemiestudent mit italienisch-schweizerischen Wurzeln rückblickend. Querci ist ein guter Schwimmer, kennt die Limmat. Er kriegt den Mann zu greifen, zieht ihn aus der Strömung. Eine Passantin wirft einen Rettungsring, an dem sich der Mann festhalten kann. Der ETH-­Student schwimmt jetzt zum Hund, bringt das nasse Bündel an Land. Dann hilft er ­seinen Kollegen, die den erschöpften Hundehalter an Land ziehen. Dort kümmern sich Passanten um den Geretteten.

Als die Polizei eintrifft und Querci sieht, dass der Mann gut versorgt ist, gehen er und seine Kollegen nach Hause. Er weiss bis heute nicht, wen er aus dem Fluss gerettet hat. Das mache aber auch nichts, sagt er. «Es ist völlig selbstverständlich, was ich mit Hilfe meiner Kollegen getan habe.»

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