Schriftsteller Lukas Hartmann schrieb den Text, Plakate in verschiedenen Gemeinden vermitteln die Botschaft, die für mehr Respekt plädiert. Geleitet wird die Kampagne von Giorgio Andreoli vom Projekt «Gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus», das 2000 als Reaktion auf die zunehmende rechtsradikale Gewalt in Burgdorf entstand; es gibt ein Beratungstelefon, einen Kiosk gegen Rassismus und vieles mehr (Infos unter www.gggfon.ch). Seit März 2005 gehört auch Münsingen dem gggfon an – mit weiteren 40 Berner Gemeinden.

Die Berner Erklärung

Du bist anders als ich. Ich bin anders als du. Ich respektiere dich, und ich erwarte Respekt von dir.

Wenn du mich nicht ernst nimmst, mich auslachst oder auf andere Weise kränkst, dann halte ich Abstand, innerlich und äusserlich. Ich lasse mich nicht provozieren.

Wenn du mich mit Worten, mit Gebärden oder mit den Fäusten angreifst, dann versuche ich, ruhig zu bleiben und meinen Zorn zu zügeln. Ich nehme mir vor, auf Gewalt zu verzichten oder sie nur in Notwehr anzuwenden.

Wenn ihr, du und deine Freunde, andere wegen ihrer Hautfarbe, wegen ihrer Sprache oder ihrer Kleidung herabsetzt oder ausgrenzt, dann gehöre ich nicht zu euch. Mein Grundsatz ist es, auch Unbekannten gegenüber offen zu bleiben.

Wenn ihr, du und deine Freundinnen, mutwillig Sachen beschädigt, die anderen oder uns allen gehören, wenn ihr stehlt oder betrügt, dann mache ich nicht mit. Ich achte eure Sachen und euer Geld und erwarte die gleiche Achtung von euch.

Wenn ich Zeuge von Misshandlungen und Gewalttaten werde, dann sage ich: Halt! Aber ich greife nicht kopflos ein, sondern suche Verbündete und hole mir Hilfe.

Wir teilen – auf der Strasse und am Arbeitsplatz, in öffentlichen Gebäuden, im Sportstadion – den gleichen Lebensraum. Wir nehmen aufeinander Rücksicht und verpflichten uns zu gegenseitigem Respekt