Für die 74-jährige pensionierte Apothekergehilfin Vreni Frauenfelder, Gründerin des Vereins Afghanistan-Hilfe Schaffhausen, ist die Unterstützung ein Muss: «Seit vier Jahren hat es in einigen Teilen Afghanistans nicht geregnet. Die Leute verhungern, und die Spitäler brauchen dringend Medikamente.»

Vreni Frauenfelder arbeitet sehr eng mit dem Hilfswerk der Ärztin und künftigen Vizepräsidentin Afghanistans Sima Samar zusammen. Der Schwerpunkt ihrer Hilfsprojekte liegt in Hazarajat, im Zentralgebirge Afghanistans. Samar betreut vier Spitäler und diverse Mädchenschulen. Ihre Mitarbeiter wissen um die Bedürfnisse der Spitäler, und sie kennen die Pfade, auf denen während der Talibanzeit die Nahrungsmittel ins Land gebracht werden konnten. Sie schafften es auch, die einst illegalen Mädchenschulen in Hazarajat über die Runden zu bringen.

Die Arbeitsteilung läuft optimal: Vor Ort hilft Sima Samar, in der Schweiz sammelt die Schaffhauser Afghanistan-Hilfe Geld. Vreni Frauenfelder überzeugt sich jedes Jahr selber von der Wirksamkeit der Projekte. Dass auch die Glückskette mitmacht, belegt, dass das kleine Hilfswerk gute Arbeit leistet.

Während der Talibanzeit war es gefährlich, den Afghanen zu helfen. Vreni Frauenfelder reiste mehrmals unter der Burka, dem Frauenkleid mit der Gitteröffnung für die Augen, ins Land. Mit ihren Begleitern hatte sie verabredet, im Fall einer Kontrolle die Taubstumme zu mimen.

Einmal wurde ihr Jeep von Bewaffneten angehalten. Zusammen mit ihrer Kollegin und einem Afghanen wurde sie in einen Verschlag geführt. «Die Bewacher erhielten den Auftrag, im Fall eines Fluchtversuchs zuerst unseren Begleiter zu erschiessen», erzählt Vreni Frauenfelder und bekennt, dass sie weiche Knie gehabt habe. Glücklicherweise erhielten die Bewaffneten neue Befehle. Vreni Frauenfelder konnte weiterreisen.

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