Am letzten Wochenende sind auf Schweizer Strassen fünf Menschen ums Leben gekommen, über zwei Dutzend wurden verletzt.

Es ist eine heisse Debatte über Strassen-Rowdys im Gang. Als Raser in den Schlagzeilen sind die so genannten «Machos vom Balkan». Es seien oft junge Männer aus dem früheren Jugoslawien, die auf Strassen Rennen veranstalten und sich um Gesetze foutieren.

Verallgemeinerungen bergen die Gefahr von Vorverurteilungen.

Wir wollen, dass auch positive Handlungen von Ausländern Schlagzeilen machen. Wir ehren deshalb Naser Zubaku und Fritz Luchsinger für ihre mutige Rettung einer Frau und eines Kleinkindes aus dem brennenden Auto.

Der in Köniz wohnhafte Kosovare Naser Zubaku war auf einer dienstlichen Fahrt auf der A12 bei Flamatt unterwegs. Als er das Auto auf der Böschung liegen sah, hielt er sofort an und stellte seinen Wagen auf dem Pannenstreifen ab, um zu helfen.

Fritz Luchsinger hatte den Selbstunfall von seinem Arbeitsplatz aus zirka 100 Meter Entfernung beobachtet und rannte sofort zur Unfallstelle. Es ging um Sekunden. Der Schweizer und der Mann aus dem Kosovo konnten sich kaum verständigen. Das war auch nicht nötig, denn beide waren getragen vom gleichen Gedanken, Menschen zu helfen.

Nur dank ihrem gemeinsamen und spontanen Einsatz konnten sie zuerst den knapp zweijährigen Buben und nachher seine Mutter durch das zerbrochene Seitenfenster in Sicherheit bringen. Aus eigener Kraft hätten die Verunfallten das bereits brennende Auto nicht mehr verlassen können. Wenig später stand das Auto im Vollbrand. Jede Hilfe wäre zu spät gekommen.

Mit ihrer raschen Entschlossenheit und ihrem Mut zu diesem gefährlichen Einsatz haben Naser Zubaku und Fritz Luchsinger zwei Menschen das Leben gerettet. In solchen Situationen gibt es die viel beschworenen Gegensätze zwischen Schweizern und Ausländern nicht. Es zählt nur noch der Charakter. Die zwei Männer haben Mut und Herz bewiesen. Dafür werden sie mit dem Prix Courage ausgezeichnet.

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Laudatio von Jurypräsident Otto Stich