Vor Freude versagte Michèle Christe die Stimme, als sie aus den Händen von Jurypräsident Franz Hohler den mit 25'000 Franken dotierten Jurypreis des Prix Courage entgegennehmen durfte. «Ich bin sehr, sehr gerührt», sagte sie mit Tränen in den Augen. Franz Hohler würdigte ihre Leistung, jene ihres Schwagers Jean-Marc sowie jene Raoul Challets und Ber­nard Hengys. Die vier Jurassier aus Vendlincourt haben verhindert, dass mit dem Bau einer Autoteststrecke wertvolles Landwirtschaftsland zerstört wird. Im Dorf wurden die vier bisweilen nicht mehr gegrüsst, in Vereinen waren sie nicht mehr erwünscht. Dennoch führten sie den Kampf bis vor Bundesgericht, wo sie obsiegten. «Wir gratulieren den mutigen vier aus Vendlincourt», sagte Jurypräsident Franz Hohler am vergangenen Freitagabend vor den rund 350 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. «Wir sehen die Preisvergabe nicht zuletzt als Ermutigung für Menschen an, sich dort zusammenzutun und gemeinsam zu wehren, wo sie ihre Werte bedroht sehen.»

Widmer-Schlumpf: «Grossen Respekt» 

Prominentester Gast an der 14. Ausgabe des Prix Courage des Beobachters war Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. «Am Prix Courage stehen besondere Menschen im Mittelpunkt. Wer Mut zeigt, macht Mut. Ich habe sehr grossen Respekt vor den Nominierten», sagte sie in ihrer Ansprache im festlich geschmückten Studio 1 des Schweizer Fernsehens.

Beobachter-Chefredaktor Andres Büchi würdigte die Gewinner des mit 10'000 Fran­ken dotierten Publikumspreises: Helikopterpilot Daniel Aufdenblatten und Bergretter Richard Lehner. Auf sie war ein Grossteil der Beobachter-Leserstimmen gefallen. Die beiden hatten bei einem Helikopter-Rettungseinsatz auf 7000 Metern am Annapurna in Nepal drei Alpinisten vor dem sicheren Tod gerettet. «Helden werden nicht geboren, sie erwachsen aus Situationen», so Büchi. Mit ihrer hochprofessionellen Berufsauffassung, ihrem Einsatzwillen und ihrer Bescheidenheit seien Daniel Aufdenblatten und Richard Lehner ein Beispiel für Integrität, Mut und Menschlichkeit. «Das sorgte für Anerkennung weit über unsere Landesgrenzen hinaus.» 

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