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Prix Courage 2012Prix Courage geht an jugendliche Lebensretter

Bild: Christian Dietrich Fotografie

Drei Teenager haben einen zweifachen Familienvater vor dem Ertrinken gerettet. Dafür wurden sie vom Beobachter mit dem Prix Courage ausgezeichnet. Der Publikumspreis geht an Rolf Sigg, Pfarrer und Mitgründer von Exit.

von Beobachter Medienmitteilung

Die Gewinner des 15. Prix Courage stehen fest. Die Jury unter dem Vorsitz von Ständerätin Pascale Bruderer zeichnet die Jugendlichen Dines Dzaferi (15) und Shqiprim Olluri (15) aus Basadingen TG sowie Ramon Amrhein (16) aus Pfäffikon ZH mit dem Prix Courage aus. Die drei Freunde trafen sich an einem drückend heissen Vormittag im August 2011 zum Brückenspringen bei der acht Meter hohen Rheinbrücke, die Diessenhofen mit dem deutschen Gailingen verbindet. Als sie plötzlich Hilfeschreie hörten, sahen sie einen Schwimmer unter der Brücke hervorkommen, der wegen eines plötzlichen Krampfes in Panik um sich schlug. Die drei Schüler handelten sofort. Amrhein und Dzaferi sprangen von der Brücke ins Wasser, um dem Mann zu helfen. Zu zweit schafften sie es, den 46-Jährigen rund 20 Meter flussaufwärts zu ziehen. Dort wartete Olluri, der inzwischen die Rettungskräfte alarmiert hatte und den beiden half,  den Geretteten an Land zu holen. Für diesen mutigen Einsatz wurden die drei Teenager mit dem Prix Courage ausgezeichnet.

Der mit 25‘000 Franken dotierte Preis wurde den Gewinnern heute Abend im Rahmen einer feierlichen Gala überreicht. Jurypräsidentin Pascale Bruderer zu den Gewinnern: «Während andere nur zuschauten und nichts unternahmen oder gar im Weg standen, haben Shqiprim, Ramon und Dines gehandelt und einen Menschen gerettet. Die drei jungen Männer verdienen den Prix Courage. Sie geben der hilfsbereiten und verantwortungsbewussten Jugend ein Gesicht. Ein Gesicht, das so wohltuend anders ist als die negativen Schlagzeilen, welche den Jugendlichen allzu häufig gewidmet werden.»

Exit Mitgründer Rolf Sigg gewinnt Publikumspreis

«Was gibt es Humaneres, als jemandem, der leidet, die selbstbestimmte Erlösung zu ermöglichen? Auch Hilfe zum Freitod gehört zur christlichen Nächstenliebe.» Für diese Überzeugung steht der Pfarrer, Psychologe und Querdenker Rolf Sigg seit 30 Jahren ein. Als Geschäftsführer trug Sigg massgeblich dazu bei, die Sterbehilfe-Organisation Exit schweizweit bekannt zu machen und Vorurteile abzubauen. Rund 500 Menschen hat er im Laufe der Jahrzehnte auf deren eigenen Wunsch von ihrem Leiden erlöst, immer ehrenamtlich und ohne jemals Lohn zu beziehen. Sigg musste  immer wieder Widerstände ertragen. 1986 verlor er im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit bei Exit sein Pfarramt in Grenchen. Die Presse nannte ihn jahrelang den «Todesengel». In Deutschland, wo Beihilfe zum Suizid verboten ist, wurde er gar mehrmals verhaftet. Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde der heute 95-jährige Rolf Sigg von den Leserinnen und Lesern des Beobachters mit dem Publikumspreis des Prix Courage in der Höhe von 10‘000 Franken honoriert.

Dazu Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters: «Jemanden auf dessen eigenen Wunsch von ausweglosem Leiden zu erlösen ist etwas zutiefst Menschliches. Und doch braucht  solches Handeln Mut, weil Rolf Sigg als Pfarrer dafür ein Tabu in seinen eigenen Reihen brechen musste. Weil jede Sterbehilfe immer als Eingriff gegen das Leben, gegen Gott gesehen werden kann. Diesen Mut würdigten die Leserinnen und Leser des Beobachters mit dem Publikumspreis des Prix Courage.»

Über den Prix Courage

Veröffentlicht am 2012 M09 04