Die Schriftstellerin Mary McCarthy sagte einmal: ‹Wir sind alle Helden unserer eigenen Geschichte›, und das stimmt auf eine Weise schon. Aber ob diese Geschichten langweilig sind oder spannend und ob wir zu tollen Helden ­heranwachsen oder fast schon zu Bösewichten werden, da war sie nicht spezifisch. Könnte sie auch nicht sein, denn das ist uns überlassen.

Man muss keine besondere Begabung haben, um ein Held zu sein. Man muss ­keine bestimmten Äusserlichkeiten haben. Und man kann auch nicht sagen: ‹Ich kann kein Held sein, ich hatte ein schwieriges Leben, bin nicht stark genug, blablabla.› Alle können Gutes tun, nett sein statt schlaue Sprüche klopfen, sich für andere einsetzen, Nein sagen, Ja sagen. Nicht immer der Gruppe folgen.

Viele werden sagen, das macht doch keinen Helden – aber ich finde schon. Ich bewundere Leute sehr, die ihren eigenen Weg gehen, die den Mut haben, anders zu sein, die etwas machen, auch wenn kein anderer sich traut. Denn es ist schwierig, sich hervorzutun, und das muss man, wenn man etwas bewirken will.

Es ist viel einfacher, zu tun, was alle ­andern tun. Es ist einfacher, kein Wagnis einzugehen. Es ist einfacher, kalt zu sein statt freundlich. Es ist einfacher, jemanden ­runterzumachen, als ihn aufzubauen. Es ist einfacher, zu reden, als richtig zuzu­hören. Es ist einfacher, zu denken, als zu verstehen.

Der Einfluss auf das Leben anderer

Nur ist der einfachere Weg eine Verschwendung von Möglichkeiten, die wir alle haben, und eine Verschwendung unseres Potenzials.

Wir sind alle die Hauptdarsteller unserer eigenen Geschichte, ja, aber ob wir zum Helden werden, müssen wir selber entscheiden. Und wieso eigentlich nicht? Wir haben ein Leben und einen freien Willen, und wir haben direkten Einfluss auf das Leben von anderen, auf kleine und grosse Weisen und oft auf Weisen, deren wir uns gar nicht bewusst sind. Wir können alle ­etwas bewegen und etwas Gutes tun.

Mary McCarthys Zitat finde ich schon wahr, aber wir müssen auch etwas tun, um ein Held zu sein. Nichts Grosses. Einfach einen Gedanken umsetzen. Das können wir alle.

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