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Prix Courage 2015Das sind die Sieger

Das war er: der grosse Moment für die Geehrte. Bild: Christian Schnur

Eine 70-jährige Lebensretterin und zwei junge Frauen, die bedürftige Kinder in Laos unterstützen: Der Beobachter hat am Freitagabend den «Prix Courage» und den «Prix Courage Next Generation» für besonders mutiges und engagiertes Handeln verliehen.

von Beobachter

Bereits zum 17. Mal zeichnete der Beobachter am Freitagabend Menschen aus, die ihr Handeln einem höheren Ziel unterordnen als dem eigenen Vorwärtskommen. Die Jury um die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer tat sich bei der Wahl sichtlich schwer: Die selbstlosen und mutigen Taten der sechs nominierten Kandidaten sprachen für sich und hätten alle einen Preis verdient.

«Zivilcourage hat verschiedene Gesichter. Dies merkte die Jury auch dieses Jahr wieder angesichts der vielfältigen Nominationen, die uns unterbreitet wurden. So kann Zivilcourage der Mut sein, Dinge beim Namen zu nennen – oder eben, Dinge zu tun», fasste Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters, zusammen. «Die Kandidatin, die wir heute auszeichnen, hat etwas Aussergewöhnliches getan. Sie hat Leben gerettet.»

Die bescheidene Heldin

Die 70-jährige Erna Niedermann aus Flawil (SG) bezeichnet sich selber als «eher schlechte Schwimmerin». Trotzdem reagierte sie geistesgegenwärtig, als zwei junge Frauen in der Thur an ihr vorbeitrieben. Sie stürzte sich samt Schuhen und Tasche in den Fluss und rettete den beiden Frauen das Leben. Für ihren beherzten Einsatz wurde Erna Niedermeier nun mit dem 15'000 Franken dotierten «Prix Courage» des Beobachters ausgezeichnet.

«Es ist ein grosses Erlebnis für mich, dass ich hier sein darf.»

Erna Niedermann, Siegerin «Prix Courage»

Jury-Präsidentin Pascale Bruderer sagte in ihrer Laudatio zur Gewinnerin: «Eine Tat wie Ihre, Frau Niedermann, verlangt nach einem ungeheuren Mut. Dem Mut, sich für das Leben anderer Menschen einzusetzen und dafür die eigene Gesundheit zu riskieren – mit vollem Einsatz und mit aller Kraft, die sich mobilisieren lässt. Für diesen Mut zeichnen wir Sie heute aus – mit grosser Freude und noch grösserem Respekt. Respekt vor Ihrer Tat, Respekt aber auch vor Ihrer Bescheidenheit.»

Bescheiden trat die Siegerin auch nach der Preisübergabe auf: «Für mich ist es schon ein grosses Erlebnis, hier sein zu dürfen. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich gewinnen werde.» Dieses Verhalten passt zu dieser Frau, die nach ihrer Rettungsaktion nach Hause fuhr – ohne eine Anschrift zu hinterlassen und ohne einen Dank zu erwarten. Nur weil ihre Brille verloren ging und sie deshalb bei den Geretteten nachfragen musste, wurde sie bekannt.

Die selbstlosen Jugendlichen

Zusätzlich zum «Prix Courage» vergibt der Beobachter jedes Jahr den «Prix Courage Next Generation». Dabei werden junge Menschen gewürdigt, die sich besonders mutig und selbstlos verhalten oder sich speziell engagieren. «Wir erhoffen uns dadurch auch eine Vorbildwirkung für andere Kinder und Jugendliche», erklärt Büchi.

Der Preis ging dieses Jahr an Franzisca Gartenmann aus Erlenbach ZH und Lara Twerenbold aus Zürich. Die beiden gründeten einen Verein, um Waisenkinder in Laos zu unterstützen. Dieser Verein unterstützt mittlerweile 20 Kinder mit Stipendien in Höhe von je 700 US-Dollar.

«Bildung ist wichtig – davon sollen möglichst viele profitieren.»

Franzisca Gartenmann, Siegerin «Prix Courage Next Generation»

Dazu Büchi: «Franzisca Gartenmann und Lara Twerenbold zeigten Zivilcourage. Und dies trotz ihrer Jugend. Sie haben – mit gerade mal 17 Jahren – aussergewöhnliche Tatkraft bewiesen. Sie haben ihre Freizeit für Waisenkinder in Laos geopfert, während andere in ihrem Alter Partys feiern.»

Die jungen Preisträgerinnen freuten sich sehr über die Auszeichnung: «Solche positiven Rückmeldungen motivieren uns zum Weitermachen». Behalten wollen sie das Preisgeld übrigens nicht selber. Vielmehr sollen die 3'000 Franken vollumfänglich in den Verein fliessen und für weitere Stipendien eingesetzt werden. «Unser Ziel ist es, möglichst vielen Studenten ihr Studium zu finanzieren. Denn Bildung erachten wir als sehr wichtig», so Franzisca Gartenmann.

Veröffentlicht am 2015 M10 30