Alexander Marx hat einen Fleischskandal aufgedeckt

Als Alexander Marx seinen Job beim Bündner Fleischhändler Carna Grischa antrat, wunderte er sich, dass man grosse Mengen Verpackungen aufriss und das Fleisch neu verpackte. Als er interne Arbeitsanweisungen sah, durchschaute er das Geschäftsmodell. Da hiess es: «Fleisch ein­bürgern», «bitte Datum 4 Wochen zurück», «neutral verpacken».

Carna Grischa hat über Jahre hinweg mit falschen Herkunftsangaben ihre Kunden betrogen. Um die Gewinnmarge zu maximieren, verkaufte sie billiges Fleisch aus Ungarn und Brasilien als Schweizer Fleisch, ausländisches Pferd als einheimisches Rind. Beliefert wurden Hotels, Betriebskantinen, Altersheime, Schulen. Zudem wurde Abgelaufenes neu datiert und Aufgetautes als frisch deklariert.

«Alle wussten, wie es läuft», sagt Marx. «Aber es war auch ein Tabu. Niemand hat darüber gesprochen.» Weil er sich dem Betrug widersetzte, erreichte er die Umsätze nicht und erhielt nach wenigen Monaten ohne Vorwarnung die Kündigung. Darauf kopierte er während Wochen aus der internen Datenbank verräterische Dokumente – immer mit der Angst im Nacken, ­ertappt zu werden.

Als er die Firma verliess, sass er auf einem umfangreichen Dossier und wusste nicht, was er damit tun sollte. Er kontaktierte einen Anwalt, suchte nach Anlaufstellen für Whistleblower, rief anonym einen Staatsanwalt an. Im November reichte er – ebenfalls anonym – eine Strafanzeige ein. Weil nichts geschah, nahm er mit dem «Sonntags-Blick» Kontakt auf und veröffentlichte die Geschichte. Heute sagt Marx: «Ich würde nochmals gleich handeln. Aber es war keine schöne Zeit. Ich hatte Angst, dass mich die Firma verklagt und meine Zukunft ruiniert.» 

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