Mussie Zerai rettete Bootsflüchtlingen das Leben

Mussie Zerai, katholischer Priester und gebürtiger Eritreer, betreut im Auftrag von Rom seit vier Jahren Eritreer und ­Äthiopier in der Schweiz. Die Mehrheit der über 22000 in die Schweiz geflüchteten Eritreer sind Christen. Zerai ist selbst mit 17 Jahren als Flüchtling nach Italien gekommen und weiss ganz genau, was die Flüchtlinge hier am meisten brauchen: psychologische Hilfe und Mitgefühl nach der oft jahrelangen und traumatischen Flucht sowie die Chance auf Arbeit und Ausbildung. Und dass man ihnen ihre Würde lässt.

Vor zwölf Jahren hat der heute 40-­Jährige ein Gefängnis in Libyen besucht, in dem eine Gruppe eritreischer Flücht­linge gefangen gehalten wurde. Die schrecklichen Zustände dort, die völ­lige Missachtung der elementarsten Menschenrechte, schockierten ihn.

Die Häftlinge ritzten seine Telefonnummer in die Gefängniswand und schrieben darunter: «Bei Notfällen ruft diese Nummer an.» Seither ­klingelt Zerais Handy Tag und Nacht. Erst recht diesen Sommer, auf dem ­Höhepunkt der Flüchtlingsdramatik im ­Mittelmeer – an einem Wochenende bekommt er etwa sechs Notrufe von Bootsflüchtlingen. Zerai arbeitet eng mit der italienischen und der maltesischen Küstenwache zusammen, gibt die ­genauen Koordinaten der Schiffe in Seenot durch, damit die Flüchtlinge ­gerettet werden können. Für seinen Einsatz wurde Zerai für den diesjährigen Friedensnobelpreis nominiert.

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Seine Doppelrolle als Priester und ­humanitärer Aktivist sieht er als Pflicht: «Jemand muss den Menschen doch helfen. Der Glaube ist die Quelle meiner Energie.» Solange im diktatorischen Eritrea Grundrechte wie ­Presse-, Religions- oder Bewegungsfreiheit missachtet würden, würden auch die Menschen fliehen.

So stimmen Sie für Mussie Zerai

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