Pfiffe gellten durch den Saal, wer nicht pfiff, lachte. Vorne am Rednerpult hielt ein junger Parlamentarier seine erste Rede, angriffig und provokativ, ungeachtet des Pfeifkonzerts. Ein Verwandter kommentierte später: «Du hast ja Recht, trotzdem hättest Du so etwas nicht sagen sollen.» Der Opportunismus seines Verwandten prägte den jungen Otto von Bismarck. «Mut auf dem Schlachtfeld ist bei uns Gemeingut, aber Sie werden nicht selten finden, dass es ganz achtbaren Leuten an Zivilcourage fehlt», so sein Fazit dieser Erfahrung. Damit schuf Bismarck im Jahr 1834 einen Begriff, der heute aktueller ist denn je.

Sie retten Menschenleben

Die Prix-Courage-Kandidaten gehören mit Sicherheit nicht zu den Leuten, die Bismarck im Visier hatte. Der Aarauer René Gloor etwa zögerte keine Sekunde, als ein Mann in einem Auto auf die Fahrerin einsticht. Er reisst die Tür auf, zerrt den Angreifer ins Freie und rettet der Frau das Leben. Auch die siebzehn Monate alte Laura verdankt einer Prix-Courage-Kandidatin ihr Leben. Ihr Herz hat aufgehört zu schlagen, der Vater ist verzweifelt, keiner der Umstehenden hilft – ausser Barbara Imboden. Sie legt das Kleinkind auf den Boden und beginnt mit der Herzmassage, bis Laura wieder die Augen aufschlägt. Zeqir Rexhaj ist ebenfalls ein Lebensretter. Er zieht den Piloten aus dem brennenden Wrack eines abgestürzten Flugzeugs, von all den Schaulustigen helfen ihm später nur eine Frau und ein Mann.

Sie setzen sich für Werte ein

Zivilcourage zeigen, heisst nicht nur, Menschen aus akuten Notsituationen zu retten, sondern auch für Werte einzustehen. Johanna Gündel ergreift an der Gemeindeversammlung von Oberwil-Lieli in bester direktdemokratisch Manier das Wort. Resultat: Über die Hälfte der Anwesenden stimmen gegen die Empfehlung des Gemeinderats für die Aufnahme von Flüchtlingen. Für demokratische Errungenschaften kämpft auch Saïda Keller-Messahli, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam: Ob Kopftuch, verweigerter Händedruck oder Schweinefleisch-Verbot an Schulen, Keller-Messahli mischt sich kraftvoll und unverblümt die Debatte ein.

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So wie Mathias Gräzer. «Stammtischhelden» gibt es genug, findet er und mischt sich in ein umstrittenes Rüstungsgeschäft ein: Die Sanierung von 2200 geländegängigen Duro-Kleinlaster soll mehr kosten als ihre ursprüngliche Beschaffung. Auch Guido Fluri hat ein Thema ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Er hat sich in den vergangenen Jahren unermüdlich und mit Erfolg für die finanzielle Wiedergutmachung an den Verdingkindern eingesetzt.

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Ihre Stimme zählt

Entscheiden Sie mit, wer den Prix Courage 2016 erhält. Die Stimmen der Beobachter-Leserinnen und -Leser und diejenigen der Prix-Courage-Jury werden zu je 50 Prozent gewichtet.

hotel.jpgWettbewerb: Wenn Sie sich an der Abstimmung beteiligen, können Sie ausserdem mit etwas Glück zwei Übernachtungen für zwei Personen im Romantik Seehotel Sonne**** Superior gewinnen, dem historischen Hotel in Küsnacht am Zürichsee (Bild rechts).

Sie wollen einem Kandidaten Ihre Stimme geben? So einfach geht's:

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Teilnahmeschluss ist der 23. Oktober 2016.