Dieses Jahr wird sie zum ersten Mal selber in der Jury des Prix Courage sitzen und gemeinsam mit den anderen Juroren in stundenlangen Diskussionen einen Preisträger oder eine Preisträgerin erküren: Monika Schmid, Leiterin der römisch-katholischen Kirchgemeinde Illnau-Effretikon, ehemalige TV-Predigerin und Publikumspreisträgerin des Prix Courage 2008. «Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe», sagt Schmid, «gerade auch mit Pascale Bruderer als Präsidentin der Jury.»

Die Angst überwinden

Monika Schmids Traumkandidat vereint verschiedene Eigenschaften, etwa den Willen zur Veränderung eines Missstands. Er oder sie müsse kritisch hinschauen. Und dann handeln. «Leider haben viel zu viele, wie auch das Beispiel der katholischen Kirche zeigt, zu grosse Angst», sagt Schmid. «Dabei wären die Folgen für den Einzelnen weniger gravierend, wenn die Oberen merken, dass die Kritik von vielen Seiten kommt.»

Unliebsame Kritik geäussert hatte Schmid immer wieder. So auch vor vier Jahren. Sie hatte es gewagt, sich im «Wort zum Sonntag» kritisch zum Umgang der katholischen Kirche mit pädophilen Priestern und zum Festhalten am Zölibat zu äussern. Die Worte der Gemeinde­leiterin kamen am Bischofssitz nicht gut an. Bischof Vitus Huonder lud Schmid zum Gespräch und teilte ihr danach per Brief den Entzug ihres Seelsorgeauftrags mit. Weil Vertreter der katholischen Kirche des Kantons Zürich intervenierten, musste Huonder die faktische Kündigung allerdings wieder zurücknehmen.

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Dennoch blieben Konsequenzen: Schmid erhielt einen Verweis, und ihre Amtszeit wurde nur um ein Jahr statt drei Jahre verlängert. Doch Schmids Mut wurde belohnt: Die Leserinnen und Leser des Beobachters wählten die 55-Jährige 2008 zur Trägerin des Publikumspreises des Prix Courage.

Besonders wichtig ist laut Schmid der Wille durchzuhalten, bis das Ziel erreicht ist. Den hat sie selber immer wieder bewiesen. Kürzlich wurde sie deshalb auch noch mit dem Preis der Herbert-Haag-Stiftung für «Freiheit in der Kirche» ausgezeichnet.

Aufruf: Melden Sie uns mutige Menschen!

Schicken Sie uns einen Brief oder eine E-Mail mit Angaben zu einer Person und mit ­einer ­Beschreibung der Tat, die Sie für preiswürdig halten, an:

Redaktion Beobachter, Kandidaten Prix Courage, Postfach, 8021 Zürich – oder an: kandidaten@beobachter.ch

Kommt Ihr Vorschlag in die engere Wahl, belohnen wir Sie mit einem ­Beobachter-Ratgeberbuch Ihrer Wahl. Einsendeschluss: 31. Mai 2012

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