«Der Prix Courage hat eine unglaubliche Wende in mein Leben gebracht», meint Caroline Kramer. Sie habe Zweifel gehabt, ob sie überhaupt richtig gehandelt habe, erzählt die 39-Jährige. Stellenlos war sie damals, entlassen und mit schlechten Chancen auf eine neue Arbeit, denn in ihrem Arbeitszeugnis stand der Satz «Verletzung des Amtsgeheimnisses».

Kramer hatte aufgedeckt, dass ihr Arbeitgeber, das Bundesamt für Gesundheit (BAG), ein PR-Büro beauftragt hatte, eine Kampagne gegen die hängige Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» durchzuführen. Dafür wurde das BAG vom Parlament gerügt. Kramer aber wurde gefeuert.

Ganz anders sahen dies die Beobachter-Leserinnen und -Leser. Sie belohnten Caroline Kramers mutige Tat mit dem Prix-Courage-Publikumspreis, der mit 10'000 Franken dotiert ist. «Die Reaktionen waren enorm», sagt Kramer. Wildfremde Leute hätten ihr gratuliert und sie zu ihrem Mut beglückwünscht. Das habe ihr Selbstvertrauen gegeben.

Kramer investierte die Preissumme in die Werbung für ihre Homöopathie-Praxis, ging offensiver auf die Leute zu. Mit Erfolg: Die Auslastung der Praxis ist sehr gut. Kramer bietet ausserdem als zweites Standbein kaufmännische Dienstleistungen an, etwa Buchhaltung. Auch hier kann sie sich vor Aufträgen kaum retten. Fazit der glücklichen Gewinnerin: «Ich stehe heute an einem ganz anderen Ort.»

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