Die Frage, warum es mutige Taten und Menschen braucht, möchte ich nicht aus gesellschaftspolitischer Sicht beantworten. Das ist mir zu theoretisch und ausserdem ein Feld, auf das ich mich nicht begeben möchte. Ich beantworte diese Fragen lieber ganz persönlich.

Als Schauspielerin bin ich möglicherweise kein mutiger Mensch. Ich lasse andere Menschen sprechen: die Schriftstellerinnen und Autoren. Auch kann ich mich irgendwie hinter den Figuren «verstecken», die ich spiele. Und ehrlich gesagt macht es natürlich besonderen Spass, jemanden zu verkörpern, der mutig im Leben steht und Dinge zu sagen wagt, die ich mich nicht trauen würde auszusprechen.

Spannende Menschen sind meistens auch mutige Menschen. Jeder muss sich schliesslich seine Persönlichkeit im Leben verdienen, und das tun wir vermutlich am besten mit einer couragierten Haltung.

Man muss sich exponieren

Dennoch glaube ich, für meinen Beruf ein gutes Stück Mut aufbringen zu müssen. Die Schauspielerei erfordert, dass man sich ohne Wenn und Aber exponiert. Seit mehr als 40 Jahren setze ich mich der Kritik aus, die dieser Beruf auch unweigerlich mit sich bringt. So gesehen bin ich vielleicht mutig.

Selbst wenn ich traurig bin, versuche ich immer, guten Mutes zu sein, versuche ich, wahrhaftig zu sein.

Eine mutige Tat ist für mich immer auch eine wahrhaftige Tat. Und solche Taten braucht es. Immer wieder und überall. Auch in der Schweiz.

Aufruf: Melden Sie uns mutige Menschen!

 
Schicken Sie uns einen Brief oder eine E-Mail mit Angaben zu einer Person und mit ­einer Beschreibung der Tat, die Sie für preiswürdig halten, an:

Redaktion Beobachter
Kandidaten Prix Courage
Postfach
8021 Zürich
kandidaten@beobachter.ch

Einsendeschluss ist der 31. Mai 2011

Kommt Ihr Vorschlag in die engere Wahl, belohnen wir Sie mit einem Beob­­­ach­­ter-Ratgeberbuch Ihrer Wahl.

Anzeige