Punkto Kosten hatte Profitline im Vergleich immer wieder top abgeschlossen und wurde auch vom Beobachter empfohlen. Offenbar war das Angebot jedoch zu billig.

«Profitline hat zwar erfreuliche Umsätze, aber nicht die erforderlichen Erträge erzielt, um profitabel zu sein», begründet das Unternehmen die Schliessung. Firmensprecher Rob Hartmans wird aber nicht müde zu betonen, dass den 50000 Profitline-Kunden keine Nachteile entstehen: «Sie werden wie gewohnt betreut, und die Sicherheit ihrer Guthaben ist vollumfänglich gewährleistet.»

Ob die Rentenanstalt mit der Hälfte des ehemaligen Profitline-Personals noch denselben Service bieten kann wie bisher, ist allerdings unwahrscheinlich. Zudem will der Versicherungsriese den Fondsbereich so schnell wie möglich verkaufen. Mit einem neuen Besitzer das kann eigentlich nur eine Bank sein werden auch die günstigen Gebühren Vergangenheit sein.

Keck stiessen Direktvertreiber in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre in die Domäne der Banken vor und boten Fondssparen oder Aktienkäufe zu attraktiven Preisen. Die neue Konkurrenz nötigte auch die Grossbanken, Gebühren und Courtagen nach unten anzupassen.

Doch die Freude der Anleger war nur von kurzer Dauer. Die Direktbanken Consors und Swissbrokers sind von der Bildfläche verschwunden. Redsafe, die Online-Bank der Rentenanstalt, musste im letzten Juli dran glauben.

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