1. Grösser, als Mann denkt
Der Penis ist kein Eisberg, aber ein wenig ist es wie beim Baum: Nur die Hälfte der ganzen Pracht ist sichtbar. Denn der Penis setzt sich im Körperinnern fort. Es gehören auch Prostata, Blase, Samenleiter dazu. Anatomisch wird der Penis in drei Abschnitte unterteilt. Die Peniswurzel, die der Befestigung des Glieds am Becken dient, dem Peniskörper, in dem sich die Schwellkörper sowie die Harnröhre befinden, und die Penisspitze respektive die Eichel.

2. Das Membrum virile
Es gibt allerhand Bezeichnungen für das männliche Geschlechtsteil. Penis ist von den anständigen wohl der geläufigste Name. Umgangssprachlich geht die Namensgebung oft unter die Gürtellinie und mit Schimpfwörtern einher. In der medizinischen Fachsprache wird auch die lateinische Bezeichnung Membrum virile für das männliche Glied verwendet. Vom Phallus spricht man dann, wenn der Penis erigiert ist.

3. Das Nervenzentrum
Rund 4000 Nervenenden hat ein Penis – der ganze Fuss zum Vergleich hat 1700 Nervenenden. Darum ist er die wichtigste erogene Zone des Mannes. Die empfindlichste Stelle liegt an der Unterseite und an der Spitze der Eichel. Was vielen nicht bewusst sein dürfte: Bereits ab dem 25. Lebensjahr nimmt die Empfindsamkeit am Penis ab.

4. Der Erektions-Index
Erektion ist nicht gleich Erektion! Es gibt dazu sogar einen Index, der den Grad einer Erektion berechnet. Den International Index of Erectile Function (IIEF) verwenden auch Spitäler in der Schweiz. Er kann über einen Fragebogen ermittelt werden. Mit dem Index lässt sich feststellen, ob bei ein Mann unter einer erektilen Dysfunktion leidet. Eine solche besteht, wenn es ihm über einen längeren Zeitraum nicht möglich ist, eine ausreichende Erektion für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erreichen und aufrechtzuerhalten.

5. Autsch!
Wo Nerven sind, sind auch Schmerzen möglich. Der Penis kann brechen, obwohl er keinen Knochen hat. Gemeint ist damit das Einreissen des Penisgewebes, was schmerzhaft ist und den Besuch beim Arzt unabdingbar macht. Ebenfalls behandeln lassen sollte Mann den sogenannten Priapismus, die ungewollte Dauererektion. Und falls sich die Vorhaut nicht komplett zurückziehen lässt, ist ebenfalls medizinische Hilfe nötig. Wobei Letzteres meistens schon bei Knaben erkannt und behandelt wird.

6. Hier fliesst Blut
Ohne Blut keine Erektion. Zuerst steht die sexuelle Erregung, die über Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark biochemische Prozesse in Gang setzt. Die Folge ist, dass die drei Schwellkörper im Penis sich mit Blut füllen. Die Ausdehnung dieser Schwellkörper drückt den Rückfluss via Venen ab, der Penis wird hart, grösser und richtet sich auf – wenigstens bei gesunden Männern.

7. Herzinfarkt-Hinweis in der Hose
Eine erektile Dysfunktion, bei der sich keine oder nur eine schwache Erektion bildet, kann ein Anzeichen für eine Durchblutungsstörung sein. Das wiederum sollte als Warnhinweis betrachtet werden. Denn mehr als 70 Prozent aller Männer, die einen Herzinfarkt erlitten haben, gaben an, zuvor an Erektionsstörungen gelitten zu haben. Weltweit sind laut Schätzungen über 150 Millionen Männer von erektiler Dysfunktion betroffen. Die Ursachen können verschiedenster Natur sein: hormonelle, neurologische oder psychische Probleme gelten als mögliche Auslöser. Häufig jedoch sind es Durchblutungsstörungen. Darum sollte Mann mindestens mit dem Arzt oder der Ärztin über erektile Dysfunktion sprechen.

Die App Regimen

Erektionsstörungen sind belastend – für den Mann selbst, aber auch für Beziehungen. Regimen ist das erste zertifizierte digitale Gesundheitsprogramm, das hilft, die Erektion langfristig zu verbessern. Die von führenden Ärzten und Wissenschaftlern entwickelte App bietet ein individuelles Programm von etwa 15 Minuten pro Tag. Über 70 Prozent der Nutzer berichten von spürbaren Verbesserungen bereits nach vier Wochen. Unsere Leser bekommen für eine Jahresmitgliedschaft jetzt und zeitlich begrenzt 20 Prozent Rabatt mit dem Rabatt-Code «LESER20», der einfach bei der Bezahlung angegeben werden kann.

8. Wo die Gefahren lauern
Blutgefässe verlieren mit zunehmendem Alter an Elastizität und verengen sich. Es kann gar zu Verkalkungen kommen. Und wenn das Blut nicht fliessen kann, kann sich dies auch auf die Erektion auswirken. Ein gesunder Lebenswandel hilft. Rauchen, Alkohol, Diabetes, Bluthochdruck sind Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen.

9. Sport hält auch den Penis fit
Sport tut Körper und Seele gut. Und auch das männliche Glied profitiert davon, weil Bewegung die Durchblutung fördert und Stress reduziert. Beides hilft, das Risiko einer erektilen Dysfunktion zu senken.

10. Potenz beginnt im Beckenboden
Beckenbodentraining dürfte den meisten Frauen geläufig sein. Es wird ihnen empfohlen nach der Geburt, gegen Inkontinenz und für besseren Sex. Doch auch Männer sollten regelmässig ihren Beckenboden trainieren, denn er ist relevant für eine gesunde und starke Erektion. Eine erektile Dysfunktion kann also mit gezieltem Training behandelt werden. Nur wissen die meisten Männer noch nicht mal, wo der Beckenboden ist und wie man diesen trainiert. Beim Mann ist er dicker und fester als bei der Frau, das Bindegewebe straffer. Beim Mann schliesst er den Bauchraum nach unten ab und besteht aus drei muskulären Schichten, die wie jeder Muskel trainiert werden können.

11. Tabuthema Tote Hose
Die Angst vor Potenzproblemen ist weit verbreitet. Gemäss einer Umfrage in Deutschland fürchten bis zu 84 Prozent der Männer, irgendwann darunter zu leiden. Aber 33 Prozent aller Betroffenen geben an, mit niemandem darüber gesprochen zu haben. Das kann ein schwerwiegender Fehler sein, wie obiger Punkt zeigt.

12. Macht und Männlichkeit
Der Begriff Potenz leitet sich vom lateinischen Potentia ab, das für «Macht», «Kraft», «Vermögen», «Fähigkeit» steht und gerade im sexualisierten Kontext mit Leistungsfähigkeit gleichgesetzt wird. Für viele Männer – und Frauen – wird Potenz mit Männlichkeit gleichgesetzt.

13. Apropos Tote Hose(n)
Nein, die erfolgreiche und beliebte Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen bezieht sich in ihrem Namen nicht auf Erektionsstörungen, sondern auf Langeweile. Der Ausdruck «tote Hose» wird zwar im Zusammenhang im Potenzproblemen abwertend verwendet, geht aber eigentlich auf den Jugendslang aus den 1980ern zurück. Denn zuerst wurde «tote Hose» für «ereignislos», «nichts los», «eintönig» oder «langweilig» verwendet. Der oft als Schimpfwort verwendete Ausdruck «Schlappschwanz» geht zudem eher auf den herunterhängenden Schwanz eines ängstlichen Hundes zurück als auf ein schlaffes Glied.

14. Die Dunkelziffer der vermeintlichen Altmännerkrankheit
In Fachkreisen ist oft die Zahl von rund 30 Prozent aller Männer zu hören, die von Erektionsproblemen betroffen sind. Doch es dürfte aufgrund oben genannter Hemmungen betreffend das Thema eine hohe Dunkelziffer geben. Zudem kann erektile Dysfunktion Männer aller Altersklassen betreffen. Eine Studie der Uni Massachusetts bei Männern zwischen 40 und 70 Jahren zeigte, dass 52 Prozent aller Befragten betroffen davon waren. Fakt ist, dass die Erektionsfähigkeit mit zunehmendem Alter natürlicherweise zurückgeht. Doch in Praxen von Urologen sind regelmässig auch viel jüngere Patienten anzutreffen.

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Für die meisten Männer ist ein erfülltes Sexualleben wichtig. Erektionsprobleme belasten darum Betroffene, doch sie lassen sich therapieren.

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15. Penis in der Popkultur
Der Penis wird auch in Literatur und Popkultur immer wieder ins Zentrum gestellt. Die wahrscheinlich schönste und zugleich traurigste Songzeile über das männliche Glied stammt von der Schweizer Band Züri West im Trennungs-Song «Redt sie no vo mir?» («Spricht sie noch von mir?») vom Album «Bümpliz-Casablanca»: «Hett si sim Schnäbi ächt o ne Name gä vilech dr gliich wi mim?» («Ob sie seinem Penis auch einen Namen gab? Vielleicht den gleichen wie meinem?»)

16. Kleiner Penis, grosse Kunst
In den Statuen der Antike fällt auf, dass die männlichen Modelle einen eher kleinen Penis haben. Warum haben Künstler wie Michelangelo bei der berühmten David-Statue gerade im Zentrum ihrer Figuren mit Material gespart? Nicht aus Scham, schreibt die Kunsthistorikerin Ellen Oredsson. Vielmehr habe das mit dem Schönheitsideal der Antike zu tun gehabt. Ein grosses Glied wurde mit Dummheit, Lust und Hässlichkeit assoziiert. Der antike Mann habe sich als denkenden, rationalen Intellektuellen betrachtet. Andererseits wurde das erigierte Glied schon in jungsteinzeitlichen Zeichnungen verewigt, weil der Phallus als Symbol für Kraft und Fruchtbarkeit stand.

17. Darfs ein bisschen mehr sein?
Wenn wir schon von der Grösse sprechen – und weil Sie es eh wissen wollen: Laut einer Studie des Londoner King’s College ist das durchschnittliche Mass des schlaffen Glieds 9,1 Zentimeter lang. Der erigierte Penis bringt es durchschnittlich auf 13,1 Zentimeter Länge und hat einen Umfang von 11,6 Zentimetern. Auch wenn die Penisgrösse für guten Sex zweitrangig ist: Der Markt für Mittelchen, die den Penis vergrössern sollen, wächst immer weiter. Das dürfte vor allem mit der Pornoindustrie zu tun haben. Eine kanadische Studie über die Selbsteinschätzung ihres Penis zeigte, dass über 80 Prozent der teilnehmenden Männer der Meinung waren, ihr Penis sei zu klein. Übrigens: Die einzige Möglichkeit, sein bestes Stück wirklich nachhaltig zu vergrössern, ist mittels eines operativen Eingriffs, was Phalloplastik genannt wird.

18. Fake News
«Wie die Nase eines Mannes, so sein Johannes» lautet ein gängiges Sprichwort und soll einen Hinweis auf die Penisgrösse geben. Das ist Quatsch, wie mehrere Untersuchungen zeigten. Es gebe keinen Zusammenhang zwischen Penislänge und anderen körperlichen Merkmalen, sagte etwa die Gynäkologin und Sexualtherapeutin Alexandra Meixner aus Wien.

19. Fleisch und Blut
Evolutionär bedingt gibt es zwei Arten von Penissen: den sogenannten Blutpenis, der im schlaffen Zustand kleiner ist, und den Fleischpenis, der bei der Erektion nur wenig grösser wird. Wissenschaftliche Studien in Europa haben gezeigt, dass rund 79 Prozent der Männer einen Blutpenis haben.

20. Worauf Frauen schauen
Das Zürcher Unispital hat eine wissenschaftliche Studie zum Thema Penis gemacht. Dabei gings darum, worauf Frauen beim besten Stück des Mannes schauen. Kurz und gut: Alle 105 Teilnehmerinnen empfanden die Penisgrösse als irrelevant. Eine häufige Aussage war: «Dieses Theater, das die Männer immer wegen der Länge machen – das nervt!» Für die Mehrheit der Frauen war der Gesamteindruck entscheidend.

21. Wie reagieren Partnerinnen und Partner bei erektiler Dysfunktion?
Fakt ist: Erektile Dysfunktion belastet die Partnerschaft. Zumindest der Betroffene fühlt sich dann nicht imstande, ein erfülltes Sexualleben zu haben. Darum ist es wichtig, das Problem ernst zu nehmen und es anzusprechen. Machen Sie dem Mann Mut, bekräftigen Sie ihn darin, darüber zu reden und Hilfe zu suchen, denn er ist mit diesem Problem nicht allein. Wichtig ist, die Ursache der Erektionsstörung abzuklären. Begleiten und unterstützen Sie ihn bei der Therapie. Und vor allem: Suchen Sie den Grund für die fehlende Erektion nicht bei sich («Bin ich nicht mehr attraktiv genug?»).

 

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