Jede und jeder kann zu Hause oder im Büro einen Beitrag leisten, möglichst wenig klimaschädliche Treibhausgase zu verursachen. Wer zum Beispiel im Winter die Sonne ins Zimmer scheinen lässt, spart Heizenergie. Und wer mehrmals täglich stosslüftet, statt das Fenster dauerhaft zu kippen, ebenfalls. Als Bauherrin oder Bauherr kann man bereits in der Planung eines Gebäudes vieles richtig machen für Mensch und Umwelt - dabei hilft Minergie seit über 20 Jahren.

Es ist Zeit zu handeln

«Klimaschädliche Öl- und Gasheizungen braucht es nicht für ein wohlig warmes Innenraumklima. Wenn wir energieeffizient bauen, können wir die notwendige Energie erneuerbar produzieren, zum Beispiel mit der eigenen Solaranlage auf dem Dach», betont Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsleiter Minergie. «Wir müssen aber jetzt konsequent handeln. Denn was wir heute bauen, steht höchst wahrscheinlich auch 2050 noch.» Bis dann will der Bundesrat eine klimaneutrale Schweiz. Aktuell ist der Gebäudesektor in der Schweiz für einen Viertel der jährlichen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Das muss nicht so bleiben.

5er und Weggli

Minergie gibt Orientierung, wie klimafreundliches Bauen mit hoher Qualität und Komfortansprüchen unter einen Hut gebracht wird. Wie im Bereich Energie und Klima definiert Minergie auch im Komfort höhere Anforderungen als die Normen und Gesetze. So beugt Bauen nach Minergie zum Beispiel übermässiger Überhitzung vor und sorgt für gesunde Innenraumluft.

 

Die bei Minergie obligatorische automatische Frischluftzufuhr transportiert verbrauchte oder virenbelastete Luft nach draussen und filtert beispielsweise Pollen aus der frischen Luft, bevor sie in den Innenraum gelangt. Sie hilft zudem, in den Sommernächten die stickige Luft durch etwas kühlere Nachtluft auszutauschen. «Die Fenster zu öffnen, um die Vögel zwitschern zu hören, ist jederzeit erlaubt. In einem Minergie-Gebäude ist dies aber bei 35°C an einem Hitzetag - oder in einer Parterre-Wohnung nachts - nicht nötig», meint Andreas Meyer Primavesi.

 

Minergie-Gebäude bewirken viel für den Klimaschutz und bieten gleichzeitig dem Menschen höchsten Komfort. Dazu kommen noch finanzielle Vorteile. Kantone und Gemeinden unterstützen eine Zertifizierung nach Minergie mit Fördergeldern. Meist kommen zudem höhere Ausnützungsziffern, tiefere Hypothekarzinsen sowie ein Mehrwert bei Verkauf beziehungsweise Vermietung dazu.

Klimafreundlich bauen
  • Kompakte und gut gedämmte Gebäude mit effizienter Technik und Beleuchtung: geringer Energieverbrauch
  • Energie für Strom und Wärme stammen aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik: Kein Ausstoss von Treibhausgasen im Betrieb
  • Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses, der beim Bau des Gebäudes und bei der Produktion der Materialien entsteht: Minimierte Treibhausgasemissionen über den ganzen Lebenszyklus gesehen
Klimafreundlich wohnen und arbeiten
  • Raumtemperatur nicht zu hoch einstellen: jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Energie.
  • Stosslüften statt dauergekippter Fenster, damit die Wärmerückgewinnung der Lüftung funktioniert 
  • Wärme der Sonneneinstrahlung im Sommer nutzen, Sonnenstoren richtig bedienen
  • Montieren von wassersparenden Armaturen der höchsten Energieklassen
  • Bei der Beleuchtung auf LED-Leuchtmittel setzen 
  • Elektronische Geräte bei Nichtgebrauch vollständig ausschalten. Der Standby-Verbrauch der Geräte kann in einem Haushalt bis zu 10 Prozent des Stromverbrauchs ausmachen. 
  • Höchste Energieeffizienzklasse wählen bei Haushaltsgeräten und alte «Stromfresser» ersetzen