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VerkehrFlug in die Krisenregion storniert: Wer zahlt?

Annullierungen von Flugreisen sind oft kompliziert und selten zum Nulltarif zu haben.

Bekommt man sein Geld zurück, wenn man den Flug nach Israel, in die Ukraine oder in die Ebola-Gebiete Westafrikas storniert?

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Anfang Juni findet David Studer auf der Reiseplattform Ebookers ein tolles Angebot: einen Flug nach Tel Aviv und fast zwei Wochen in einem Fünfsternehotel für gut 2000 Franken. Er bucht Flug und Hotel. Doch als sich in der Folge kritische Berichte über die Lage in Israel häufen, legt sich die Freude. Mitte Juli storniert er die Reise. Doch Ebookers will ihm nur die Hotelkosten rückerstatten.

Warten, bis die Airline absagt

Studer fragt sich: «Wenn ich das Hotelzimmer nicht belege, bekomme ich das Geld zurück; wenn ich nicht fliege, gehe ich dagegen leer aus. Das kann doch nicht stimmen?»

Es kann. Hotels behandeln Annullierungen oft so, dass sie je nach Frist abgestufte Storno-Kosten verlangen. Bei Flügen ist die Sache komplizierter. Der volle Preis wird nur rückerstattet, wenn die Airline den Flug von sich aus annulliert oder eine kostenlose Stornierung anbietet. Wenn nicht, wird es für den Flugpassagier mühsam. Dann hängt die Rückzahlung von der Buchungsklasse ab, die auf dem Ticket mit einem Buchstaben vermerkt ist. Das Problem dabei: Jede Airline hat ihr eigenes System, und der gleiche Buchstabe bedeutet je nach Flug­linie etwas anderes.

Am schlechtesten steht man mit einem Billig-Ticket da, das sich meist gar nicht oder nur gegen eine hohe Gebühr umbuchen oder annullieren lässt. Wer ein solches Flugbillett gekauft hat, wartet am besten möglichst lange zu – in der Hoffnung, dass die Airline den Flug irgendwann von selber absagt.

Für Flüge in heikle Regionen wie derzeit die Ukraine, Israel oder die Ebola-Gebiete in Westafrika lohnt es sich, speziell darauf zu achten, dass man das Ticket stornieren kann. Bei einzelnen Online-Anbietern kann man diese Option gegen einen geringen Aufpreis bei der Buchung wählen.

Die Flughafentaxen werden dem Kunden hingegen zurückerstattet – zumindest theoretisch. Denn in vielen Fällen reagieren die Firmen gar nicht, und zudem fallen Bearbeitungsgebühren an: Wer direkt bei der Swiss gebucht hat, zahlt 25 Franken, bei Ebookers 75 Franken. Einfordern muss man die Taxen beim Vertragspartner. Wer bei einem Reisebüro gebucht hat, ist in der Regel im Vorteil: Dort wird man sich hüten, gute Kunden hängen zu lassen.

Am Ende lenkte Ebookers ein

David Studer liess sich nicht beirren. Er reklamierte mehrfach bei Ebookers. Die Reiseplattform reagierte lange nicht. Erst auf Anfrage des Beobachters zeigte sich Ebookers kulant und zahlte Studer den Flugpreis von rund 800 Franken zurück.

Veröffentlicht am 19. August 2014