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UmweltbewusstseinGibts den kleinen grünen Unterschied?

Hausarbeit schärft das Umweltbewusstsein – und das funktioniert auch bei Männern.

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Frauen menstruieren, gebären und haben eine enge Bindung zu ihren Kindern, um deren Zukunft sie sich sorgen. Sie seien deshalb stärker mit dem natürlichen Kreislauf des Lebens verbunden als Männer – und auch umweltbewusster.

So wird oft argumentiert, dass Frauen in Bezug auf die Umwelt die besseren Menschen seien. Das ist falsch. Laut diversen Studien zum Einfluss des Geschlechts auf das Umweltbewusstsein denken Frauen im Schnitt zwar tatsächlich grüner und verhal­ten sich umweltfreundlicher. Ausschlag­gebend ist dafür aber nicht das biologische Geschlecht, sondern die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. Das konnte in einer vergleichenden Studie der Uni Heidelberg zum Umweltbewusstsein von Hausfrauen und -männern nachgewiesen werden. Es ergaben sich keine Hinweise auf einen ­Unterschied zwischen den Geschlechtern. Gegen eine biologische Ursache spricht auch die Tatsache, dass Kinder sich häufig negativ auf das Umweltverhalten der ­Eltern auswirken: Wer Nachwuchs hat, fährt mehr Auto als Kinderlose.

«Solange es mehr Hausfrauen als Hausmänner gibt und solange die Frauen mehr als zwei Drittel der gesamten Hausarbeit leisten, verwundert es nicht, dass sie häufiger mit Recycling beschäftigt sind», erklärt Peter Preisendörfer vom Institut für Soziologie der Universität Mainz den Einfluss der Rollenverteilung. Und dass Frauen ein umweltfreundlicheres Verkehrs- und Mobilitätsverhalten an den Tag legen, resultiere zu einem beträchtlichen Teil daraus, dass sie seltener beruflich ­unterwegs und dass ihre Arbeitswege im Durchschnitt kürzer seien.

Für das starke Geschlecht ist es ein Leichtes, seinen Rückstand auf die Frauen wettzumachen: Männer, die «grüner» werden möchten, müssen vor allem mehr Hausarbeit erledigen.

Veröffentlicht am 26. November 2012