«Es ist ja nicht so, dass ich wirklich das ganze Jahr nur Winter um mich habe. Wenn ich im Juli nach der Arbeit nach unten fahre, dann ist es im Dorf sommerlich warm. Und auch hier oben auf 3500 Metern kann man im T-Shirt herumlaufen, wenn die Sonne scheint. Nur der Schnee, der bleibt halt – und das Eis.

Egal, ob Sommer oder Winter, in der Grotte ist es immer knapp unter null Grad. Nur wenn irgendwo eine Spalte aufbricht, dann kommt das Wetter von draussen rein, im Sommer die Wärme, im Winter die Kälte. Beides ist schlecht für die Grotte. Solche Gebiete muss ich für die Besucher sperren und warten, bis das Loch wieder zugeschneit ist.

16 Jahre ist die Grotte jetzt alt, und ich hoffe sehr, dass sie noch einmal so lange hält. Der Gletscher ist immer in Bewegung, und er schmilzt natürlich auch. Dadurch ist an manchen Stellen die Decke sehr dünn geworden. Vielleicht werden wir im nächsten Jahr die besonders anfälligen Stellen mit speziellen Schutzmatten bedecken, damit das Eis weniger schnell schmilzt. Aber das ist eine teure Sache.

Ich betreibe noch den Kiosk am Grotteneingang. Seit die Bergbahnen im letzten Jahr die Grotte vom Erbauer übernommen haben, gibt es da keine Sportsachen mehr im Angebot. Das ist schade, denn ich habe Sportartikelverkäufer gelernt. Als ich 1980 von Frauenfeld ins Wallis kam, habe ich zuerst in Sportgeschäften gearbeitet, als Saisonnier.

Wenn einer mit einer falsch eingestellten Bindung vorbeikommt, dann richte ich das rasch. Ich bin für fast alle Notfälle ausgerüstet. Sogar Tampons habe ich immer ein paar in der Schublade – für den Fall, dass Frauen unterwegs plötzlich ihre Tage bekommen. Das kann in der Höhe schnell passieren.»

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