Plötzlich schneits wie wild, darunter liegt Glatteis: Hochsaison für Schneeräumequipen. In Basel wurde bis Mitte Dezember schon dreimal so viel Salz eingesetzt wie in der ganzen letzten Saison rund 340 Tonnen. «Wir sind darüber nicht glücklich», sagt André Frauchiger vom Tiefbauamt, «aber wir können auf den Strassen keine Gletschergärten verantworten.» In der Stadt Zürich wurden während der Kältewelle Mitte Dezember sogar 471 Tonnen Salz in einer einzigen Woche verbraucht.

Splitten sei sechsmal teurer und belaste die Umwelt erst noch mehr als Salz, heisst es beim Stadtberner Tiefbauamt, das jedes Jahr fast 1000 Tonnen Salz streut. Dank neuen Fahrzeugen könne immerhin die Salzmenge besser dosiert werden.

Der Biologe Urs Tester von Pro Natura macht andere Erfahrungen: «Es gibt einen klaren Trend zurück zur Schwarzräumung.» Mit Folgen für die Umwelt. Wenn zu viel Salz mit dem Schmelzwasser versickert und zu den Wurzeln vordringt, kann ein Baum schon nach einem Winter absterben. Das Stadtzürcher Gartenbauamt spricht von einer «Katastrophe»: Bis zu zehn Prozent aller Bäume trügen Schäden davon.

Doch auch Tiere leiden laut Pro Natura unter dem Salzeinsatz. Im Engadin etwa würde vermehrt Wild angefahren. Der Grund: Wildtiere lieben Salz und wagen sich deswegen an die verkehrsreichen Strassen.